30.12.2008

ZMP-Jahresbericht: Turbulente Märkte, volatile Preise

2008 war für viele Beteiligte ein Marktjahr der Extreme. Es war gekennzeichnet durch stark schwankende Preise auf vielen Teilmärkten. Die Unternehmen der deutschen Agrarwirtschaft haben sich den neuen Herausforderungen gestellt und insgesamt gute Umsätze erzielt.

Für 2009 sind Prognosen zur Markt- und Preisentwicklung derzeit schwierig. Obwohl die Finanz- und Wirtschaftskrise auch die Agrarbranche beeinflusst, sind die Aussichten an den Märkten aber insgesamt nicht schlecht. Dieses Fazit traf der Leiter der ZMP-Niederlassung Berlin, Dr. Klaus Siegmund, bei der Vorstellung des ZMP-Jahresberichtes 2008/2009 von der Presse.

Die Unternehmen der deutschen Agrarwirtschaft waren 2008 mit äußerst turbulenten Märkten und volatilen Preisen konfrontiert. Die Märkte reagierten auf die teilweise extremen Preisverläufe. Es gab Produktionsausdehnungen und ein steigendes Angebot. Gleichzeitig führten steigende Agrarpreise zu einem Rückgang der Nachfrage. Von allen Marktexperten wurden für 2008 zwar wesentlich größere Preisschwankungen als bisher üblich vorausgesagt, die im Jahresverlauf zum Teil drastischen Preisrücknahmen und Preisabstürze haben in ihrer Heftigkeit die meisten dann doch überrascht. Das betraf insbesondere die Getreide- und Rapspreise sowie die Preise für Milch und Milchprodukte.
Die oft zugespitzten Diskussionen zur Entwicklung der Agrarmärkte, wie zur zukünftigen Milchpolitik und zum „Milchstreik“, haben teilweise verdeckt, dass die Entwicklung an den Märkten für die deutsche Agrarwirtschaft insgesamt und für die einzelnen Bereiche 2008 gar nicht so schlecht war. Die Verkaufserlöse der deutschen Landwirte dürften etwa ein ähnlich hohes Niveau wie im vorangegangen Jahr 2007 erreichen.

Die höchsten Anteile an den Erlösen der Landwirte haben die Milch-, Schweine- und Getreideverkäufe. Trotz der deutlichen Preisrücknahmen bei Milch seit dem Sommer 2008 dürften die Milchpreise im Schnitt etwa das Vorjahresniveau erreichen, welches deutlich über den Preisen der vorangegangenen zehn Jahre lag. Die Schweinemäster konnten im Jahresverlauf größtenteils Preiszuschläge erzielen und bei zuletzt wieder niedrigeren Futterkosten ihre Wirtschaftlichkeit verbessern. Die Rinderhalter erzielten beim Verkauf von Schlachttieren höhere Erlöse für Jungbullen und Kühe.

Einigermaßen sichere Prognosen zu Marktverläufen und zur Entwicklung von Preisen für Agrarrohstoffe und für Nahrungsgüter im Jahr 2009 lassen sich derzeit kaum treffen. Zu viele Unwägbarkeiten spielen eine Rolle. Die Finanzkrise, eine von vielen Fachleuten prognostizierte weltweite Rezession, die Eingriffe des Staates über Finanzregulierung und Konjunkturprogramme sowie nicht zuletzt die EU-Beschlüsse zum Health-Check dürften auch die Agrarmärkte und die Preisverläufe wesentlich beeinflussen. Entscheidend jedoch wird sein, wie sich die weltweite Nachfrage nach Agrarprodukten und damit die Exportmöglichkeiten sowie der Absatz von Nahrungsmitteln im Inland entwickeln.

Mittelfristig und langfristig hat gerade die Agrarbranche in den turbulenten Weltmärkten gute Chancen. Die deutsche Agrarwirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren noch besser aufgestellt. Das trifft auch auf die Landwirte zu, die sich mit effektiven Betriebsstrukturen und hoher Produktivität auf die veränderten Rahmenbedingungen eingestellt haben. Steigende Kaufwerte und Pachtentgelte für Agrarland sowie zuletzt wieder gestiegene Preise für Milchquoten sind Zeichen für Zuversicht und wachsende Unternehmen.