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Grundlagen-Rinder
15.03.2011

Wohin geht die Reise in der Milchviehhaltung?

Beim ersten VDMA-Milchforum Anfang Februar in Kassel ging es um die Weichenstellung für eine zukunftsfähige Milchwirtschaft in Deutschland. Für Dr. Wulf-Dietmar Storm von der Deutschen Kreditbank AG gehört die Zukunft einem gesunden Mix aus Milch- und Energieproduktion. Stabile Eigenkapitalquoten und -renditen, steigende Milchliefermengen sowie Wachstumspotentiale bei den Herdengrößen böten gute Voraussetzungen für einträgliche Geschäfte im Milchsektor – vorausgesetzt man hat die Kostenseite im Griff: Wer für 32 Cent produzieren könne, solle auch künftig in Milch investieren.

In dieser Größenordnung sei ein moderner Milchviehbetrieb auch international wettbewerbsfähig. Zunehmend volatile Milchpreise machten es andererseits sinnvoll zu diversifizieren. Als zweites Standbein habe sich daher die Energiewirtschaft, insbesondere das Biogas, bei Deutschlands Landwirten längst etabliert.

Melkroboter als Spiegelbild des Fortschritts im Kuhstall
Über moderne Ansätze des Prozess- und Technologiemanagements im Milchviehbetrieb referierte der niederländische Agrarwissenschaftler Kees de Koning. Mehr als 10.000 Betriebe setzten inzwischen weltweit Melkroboter ein, vor allem in Westeuropa. Der Schlüssel für erfolgreiche Milchviehbetriebe sei das ´smart farming’, das heißt die intelligente Verknüpfung von Hightech, fachlichem Know-how und Managementfähigkeiten. Mithilfe von GPS-Systemen, ID-Sensoren und Pedometern würden immer mehr Einzelheiten des Produktionsprozesses messbar.

Schwellenländer mit großem Zukunftspotential
Dass die internationale Milchproduktion auf lange Sicht gesehen ein äußerst solides Geschäft sei, war sich ZMB-Geschäftsführerin Monika Wohlfarth sicher. Abgesehen von regionalen Schwankungen wachse die Weltmilcherzeugung de facto seit fast 40 Jahren kontinuierlich. Dabei seien die Staaten der EU-27 aufgrund der konstanten europäischen Produktionsbedingungen größter Milchproduzent und -exporteur der Welt, gefolgt von Neuseeland. Als Hauptimporteure von Milchprodukten fungierten Russland und China.

Obwohl Milchprodukte in den Schwellenländern nach wie vor hochpreisige Lebensmittel seien, werde momentan gerade im asiatischen Raum das größte Wachstum auf den internationalen Milchmärkten generiert. Grund sei der enorme Hunger nach hochwertigen, veredelten Lebensmitteln, der in den nächsten Jahrzehnten weiter zunehmen werde. Der chinesische Selbstversorgungsgrad in Bezug auf Milchprodukte sei allerdings auf absehbare Zeit als gering einzuschätzen.