Wie rechnet sich die Ebermast?
Aktueller Mastversuch vergleicht die Leistung von Sauen und Ebern
Vor dem Hintergrund der "Düsseldorfer Erklärung" wird die Ebermast als Alternative zur Kastration diskutiert. Doch kann die Ebermast ökonomisch mithalten? Ein aktueller Versuch der Fachhochschule Osnabrück in Kooperation mit dem Zuchtunternehmen TOPIGS-SNW, Senden, gibt jetzt Auskunft.
144 Ferkel, darunter 96 unkastrierte männliche und 48 weibliche Tiere, wurden auf dem Nettehof, dem Versuchsbetrieb der Fachhochschule Osnabrück, gemästet und die Mast- und Schlachtleistungen verglichen.
Dabei wurden die Tiere geschlechtergetrennt in Zwölfergruppen aufgestallt. Die Ebergruppen hatten weibliche Buchtennachbarn. Alle Tiere wurden in zwei Phasen ad libitum mit Alleinfuttermitteln gefüttert. Eine Sendeohrmarke für jedes Tier in Verbindung mit einer Breinuckelfütterung ermöglichte, die tierindividuelle Futteraufnahme zu erfassen.
Eber verwerten Futter besser
Im Rahmen der Versuchsreihe wurden die Tiere alle vierzehn Tage einzeln gewogen. Die Gewichtsentwicklung unterscheidet sich zwischen den Sauen und Ebern signifikant voneinander. Für die gesamte Versuchsdauer ist die tägliche Zunahme bei den Ebern höher. Trotzdem unterscheidet sich die Futteraufnahme von beiden Gruppen nicht. Daraus ergibt sich für die Ebergruppe eine deutlich bessere Futterverwertung - über die gesamte Versuchsdauer. Die Eber lagen im Schnitt bei 1:2,44 und damit um 0,23 besser als die weiblichen Tiere (1:2,67)
Bei der Auswertung der Schlachtleistung ergeben sich weitere Unterschiede. So sind die Masttage und die Ausschlachtung bei Ebern und Sauen unterschiedlich. Die Sauen haben eine längere Mastdauer, zeichnen sich aber auch durch höhere Ausschlachtungen aus. Bei den Schlachtleistungen zeigt sich, dass die Eber gegenüber den Sauen bei den Indexpunkten je Kilogramm Schlachtgewicht keinen Unterschied aufweisen.
Bessere Ausschlachtung sorgt für bessere Ökonomie
Allerdings gibt es bei der Ausschlachtung große Unterschiede. Die Eber haben eine circa dreiprozentige schlechtere Ausschlachtung als die weiblichen Tiere.
Bei der anschließenden ökonomischen Auswertung wird deutlich, dass die Eber gegenüber den weiblichen Tieren einen Nachteil von zwei Cent je Kilogramm Schlachtgewicht haben und sich somit unter dem Strich Sauen besser rechnen als Eber. Der Überschuss je Kilogramm Schlachtgewicht betrug 0,981 Euro bei den Ebern gegenüber 1,003 Euro bei den Sauen.
Ein ausführlicher Versuchsbericht ist online abrufbar unter www.topigs-snw.de.




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