
Beziehung zwischen Herdenniveau und Lebendgewicht
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Welche Beziehung besteht zwischen dem Herdenniveau und Lebendgewicht?
Eine optimale Versorgung mit Aminosäuren und Wirkstoffen in der Jungrinderaufzucht ist für die spätere Leistung besonders wichtig!
Von besonderer Bedeutung in der Jungrinderaufzucht ist immer die Zeit bis zum Besamen (15. - 17. Lebensmonat bei Schwarzbunten oder 17. - 19. Lebensmonat beim Fleckvieh). In diesem ersten Lebensabschnitt darf es zu keiner verringerten Zunahme kommen. Einer der häufigsten Fehler in der Praxis ist in dieser Zeit die Unterversorgung an Aminosäuren und Wirkstoffen, was zu einer reduzierten Entwicklung der inneren Organe und zu einer unzureichenden Bildung von milchgebenden Zellen führt. Diese unterversorgten Jungrinder zeigen sehr früh einen hohen Fettansatz. Als Folge davon bietet der Landwirt den Tieren eine noch schlechtere Ration an (weil er der Meinung ist, er versorge die Tiere zu gut) und erzeugt dadurch Jungrinder mit einem Erstkalbealter von über 30 Monaten.
Diese Tiere zeigen dann spätestens vor dem Abkalben die gleichen Symptome (Verfettung) wie mit 15 - 19 Monaten und darüber hinaus kommt es zu Schwergeburten mit untergewichtigen Kälbern.
Bei den so aufgezogenen Jungrindern muss die 1. Laktation auch aufgrund der geringen Futteraufnahmekapazität auf niedrigem Niveau verlaufen.
Unzureichende Zunahmen bis zur 1. Besamung führen aufgrund hormoneller Änderungen durch die erfolgte Trächtigkeit zu insgesamt kleineren Kühen (unzureichende Widerristhöhe), d.h. Tiere, die bis zur Besamung nicht eine Widerristhöhe von 122 bis 127 cm erreicht haben, werden auch im weiteren Verlauf ihrer Entwicklung immer kleiner bleiben.
Ein anderer gravierender Fehler in der Praxis ist die Haltung der Jungrinder auf Vollspaltenböden. Dies kann nicht funktionieren, da die Jungrinder ihren Wärmehaushalt beim Liegen auf den Spalten nur unzureichend regeln können, was nahezu zu einer Wachstumseinstellung führt. Kommt in dieser Immuninstabilität der Tiere noch eine Atemwegserkrankung dazu, sind Tierverluste unvermeidbar.
Um ihre Leistungsfähigkeit voll entfalten zu können, müssen die Kalbinnen auf die bevorstehende 1. Laktation gut vorbereitet werden. Es besteht in den letzten Wochen der Trächtigkeit ein zusätzlicher Bedarf von 15 - 20 MJNEL (entsprechend 25 - 33 MJME) für die Uterus - und Euterausbildung. Deshalb sollte in dieser Zeit mindestens das Niveau des 1. Jahres angeboten und vielleicht, je nach Zustand der Tiere, noch 2- 3 kg Kraftfutter, beginnend bei 0.5 kg ab 3 Wochen vor der Geburt, zugefügt werden. Gelingt diese Anfütterung (Pansenzottenbildungsphase) nicht, beginnen viele Tiere bereits vor dem Abkalben mit dem Einschmelzen von Gewicht. Die Folgen sind nach der Geburt des Kalbes Erkrankungen bei der Färse (Ketose) , verbunden mit einer geringen Futteraufnahme und Milchleistung.