Grundlagen-Rinder
26.06.2009

Voraussetzungen für einen optimalen Start ins Leben des Kalbes!

Ausreichende Versorgung des Kalbes mit hochwertiger Kolostralmilch direkt nach der Geburt!

Innerhalb der ersten Stunde nach dem Abkalben soll das Kalb eine ausreichende Menge an Kolostralmilch aufnehmen. Die Kolostralmilch ist sehr nährstoffreich Sie hat einen hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und vor allem an Immunglobulinen.

Der Trockenmassegehalt der Kolostralmilch liegt bei 25 % und ist damit fast doppelt so hoch wie bei einer verabreichten Milchaustauschertränke, bzw. gegenüber der Normalmilch.

Der Gehalt an Albuminen und Globulinen (ca. 14%) ist bei der Kolostralmilch ca. 27 mal höher, während die Gesamteiweißmenge mit ca. 18% etwa 5 mal höher gegenüber der Normalmilch ist.

Der Vorteil der Kolostralmilch ist, dass diese durch die Bildung von Milchsäure von alleine ansäuert und bei einem pH-Wert von 4,5 lagerstabil wird.

40 % aller Kälber stehen innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt auf. Bei Kälbern aus Schwergeburten kann dies jedoch über 3 Stunden dauern. Nur 15 % der Kälber nehmen in den ersten Stunden erstmalig Kolostralmilch auf. 60 % der Kälber benötigen dafür länger als 4 Stunden. Kälber, die innerhalb der ersten Stunde Kolostralmilch aufnahmen, zeigten einen bedeutend höheren Immunglobulingehalt im Blut.

Diese Kälber nahmen mehr Futter auf und hatten dadurch höhere tägliche Zunahmen. Die Kälber, die in den ersten 2 Tagen mindestens 4 Liter Kolostralmilch erhielten, zeigten bei einem Erstkalbealter von 26 Monaten signifikant höhere Milchleistungen als Kälber, bei denen die Versorgung an Kolostralmilch unzureichend war.

Deshalb: Intensive Überwachung der Abkalbung und Kontrolle der Kolostralmilchaufnahme!