
Das Huhn weist einige Unterschiede in den Verdauungsprozessen im Gegensatz zum monogastrischen Säugetier auf!
Verdauungsprozesse beim Geflügel
Die Anatomie der Verdauungsorgane weist die Hühnervögel den Monogastriden zu. Allerdings sind beim Verdauungssystem der Hühner einige Unterschiede im Gegensatz zum monogastrischen Säugetier vorhanden.
Hühner schlucken das aufgenommene Futter unzerkleinert ab.
Das Futter gelangt zunächst in den Kropf, hier findet durch Abgabe von Schleim eine Durchfeuchtung statt. Die Verweildauer der Futtermasse im Kropf hängt von der Festigkeit und Trockenheit der Nahrung ab und wird vom Nervensystem gesteuert.
Der Kropf hat darüberhinaus die Funktion eines Vorratsspeichers, von dem das Futter in den Drüsenmagen gelangt, wo es mit Verdauungssekret (Salzsäure, Pepsin, Schleim) versetzt wird.
Im Muskelmagen wird das Futter durch rhythmische Bewegungen zerkleinert. Aufgenommene Steinchen (Grit) begünstigen diesen Vorgang.
Die Verdauungsvorgänge und die Resorption der Nährstoffe erfolgen überwiegend im Dünndarm. Im vorderen Teil des Zwölffingerdarms setzt die Hauptwirkung des Magensaftes ein. Hier werden die Eiweiße gespalten, die dann in den weiteren Dünndarmabschnitten durch Fermente der Bauchspeicheldrüse in einzelne Aminösäuren zerlegt werden.
Auch der Abbau von Kohlenhydraten geschieht durch Fermente der Bauchspeicheldrüse, wobei von der Magenschleimhaut abgesonderte Sekrete beteiligt sind.
Die für den Fettabbau notwendigen Fermente kommen ebenfalls aus der Bauchspeicheldrüse, bzw. aus dem Gallensaft. Neben ihrer Funktion als Verdauungsdrüse produziert die Bauchspeicheldrüse auch Hormone, die eine wichtige Rolle im Kohlenhydratstoffwechsel spielen.
Die für das Geflügel charakteristischen, paarig angelegten Blinddärme sind für die Verdauung weniger von Bedeutung. Im kurzen End- oder Dickdarm sammelt sich der Kot, bevor er über die Kloake ausgeschieden wird. Der dickbreiige Blinddarmkot wird nicht mehr als einmal, der Enddarmkot dagegen mehrmals täglich ausgeschieden.
Als Anhangsdrüse des Darms ist die Leber beim Geflügel relativ groß. Ihr Gewicht beträgt beim Huhn ca. 60 g.
Die Leber spielt bei zahlreichen Stoffwechselprozessen eine wichtige Rolle. Sie speichert Fett und baut aus Aminosäuren körpereigenes Eiweiß auf.
Als Abbauprodukte des Blutfarbstoffs werden hier die Gallenfarbstoffe gebildet. Die Leber ist außerdem ein wichtiges Organ zur Entgiftung von Abbauprodukten.
Die Gallenblase nimmt die von der Leber produzierte Gallenflüssigkeit auf, die dann in den Zwölffingerdarm gelangt. Die Gallenflüssigkeit ist an der Verdauung der Fette beteiligt und enthält von der Leber ausgeschiedene Schlackenstoffe.
Eine weitere Besonderheit des Geflügels liegt in der Anatomie der Ausscheidungsorgane.
Im Gegensatz zu den Säugetieren wird Kot und Harn über eine einzige Öffnung (Kloake) abgegeben. Der Harn besteht zudem hauptsächlich aus Harnsäure und nicht aus Harnstoff wie bei den Säugern.
Geflügelharn enthält deshalb wesentlich weniger Wasser als der Urin der Säugetiere, was sich günstig auf die Gewinnung von Trockenkot und der Einstreubeschaffenheit bei Bodenhaltung auswirkt.