
Federpicken
Tiergerechte und umweltverträgliche Legehennenhaltung
Das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) und das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) haben auf vier Betrieben Erkenntnisse zu baulichen und verfahrenstechnischen Neuerungen im Bereich der Haltung von Legehennen zusammengetragen.
Die Datenauswertung zeigte, dass die Bodenhaltung und die Volierenhaltung von Legehennen unter den aktuellen Produktionsbedingungen als praxisreife Alternative zur herkömmlichen Batteriehaltung angesehen werden muss. Dabei weisen Volierenhaltungen gegenüber der Bodenhaltung aufgrund der höheren Besatzdichte wirtschaftliche Vorteile auf, die allerdings stark von Vermarktungskonzepten abhängig sind. Auch wurde festgestellt, dass der Erfolg alternativer Haltungssysteme in starkem Maße von der Herkunft und der Aufzucht der Junghennen mitbestimmt werden.
Noch nicht gelöst sind Probleme wie Kannibalismus und Federpicken sowie das Vorkommen von verlegten Eiern. Auch geht von Auslaufhaltungen die Gefahr der Nährstoffanreicherung im Boden aus. Bestandseingrenzungen sowie der Einsatz technischer Einrichtungen zur Kotbehandlung, -trocknung oder -belüftung müssen deshalb weiter entwickelt wird.
Neben einer Vielzahl weiterer Einzelerkenntnisse besteht nach Ansicht des KTBL zu wesentlichen Aspekten der tiergerechten Legehennenhaltung noch Forschungsbedarf. Dazu zählen u.a. die Wirkung der Freilandhaltung auf die Umwelt, die individuelle Nutzung der Stallbereiche durch das einzelne Huhn, die bedarfsgerechte und nährstoffangepasste Fütterung unter Berücksichtigung des Verzichts auf herkömmliche Futtereiweiße, die komplexen Zusammenhänge in Bezug auf Federpicken und Kannibalismus oder der Medikamenteneinsatz.
Quelle: agrar-press