Stichwort
27.11.2009

Strukturanteil im Futter für Milchkühe

In der richtigen Struktur des Futters liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Milchviehfütterung!

Besteht die Struktur aus langen, faserreichen Materialien, führt dies zu Pansenkontraktionen, die den zunehmenden Säureanteil im Pansensaft gleichmäßig verteilen. Eine regionale Säurekonzentration wird dadurch vermieden.

Die Kauintensität wird durch die richtige Struktur erhöht. Dadurch steigt die Produktion von Speichel an. Die Kuh verarbeitet den Speichel zu Bikarbonat, mit einer hohen Pufferwirkung.
Kühe können mit einer guten TMR-Ration mehr als 300 Liter Speichel pro Tag produzieren. Die Kuh produziert daraus 3 - 3,5 kg Bikarbonat, der ihr als Puffer zur Verfügung steht.

Unter Berücksichtigung des ausreichenden Strukturanteils entsteht in der praktischen Rationsgestaltung jedoch häufig ein Konflikt mit der Effektivität der Ration bezüglich der Passagerate. Strukturierte Rohfaser hat eine längere Verweildauer im Pansen. Dadurch wird die Durchflussrate der kompletten TMR im Pansen erheblich verringert. Somit sinkt mit steigendem Strukturgehalt der Ration auch die Energieaufnahme der Kuh. Eine TMR muss deshalb so gestaltet sein, dass ein optimales Verhältnis zwischen der strukturierten Rohfaser, der Energiedichte und der Passagerate besteht.

Weicht der Strukturanteil in der Ration um 1% vom Optimum ab, folgt daraus eine Reduzierung der täglichen Milchleistung um

2 bis 4 kg!

Die Folgen eines zu geringen Strukturanteils im Futter sind:
- geringere Wiederkautätigkeit
- verminderte Futteraufnahme
- geringere Speichelproduktion
- niedriger pH - Wert
- geringerer Milchfettgehalt - dünnbreiiger Kot
- verringerte Milchleistung - Labmagenverlagerung