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Spekulation verstärkt Aufwind der Weizenpreise
Die Hinweise auf eine weltweit knappere Versorgungssituation halten die Weizenmärkte weiter in Atem. Vergangene Woche hatte das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) seine Schätzung zur globalen Weizenernte unerwartet deutlich um gut 15 Millionen Tonnen nach unten korrigiert.
Die Exportprognose für Russland wurde sogar um 12 Millionen Tonnen auf 3 Millionen Tonnen gekürzt ? eine Reaktion auf den in der vergangenen Woche beschlossenen Ausfuhrstopp. An den internationalen Terminmärkten zogen die Weizenkurse nach Veröffentlichung des USDA-Berichtes kräftig an und beendeten damit eine kurze Schwächephase. Der November-Termin nähert sich bereits wieder dem bisherigen Jahreshöchststand von 223,50 Euro je Tonne vom 5. August. Innerhalb eines Monats hatten die Weizenkurse um fast 50 Prozent zugelegt und damit den negativeren Angebotsaussichten Rechnung getragen.
Ein Teil des Anstiegs dürfte ohnehin auf spekulative Aktivitäten zurückzuführen sein - dafür sprechen die ungewöhnlich hohen Umsätze am Pariser Terminmarkt. So wurden hier allein in den vergangenen vier Wochen gut 758.000 Kontrakte umgesetzt, das entspricht einer Menge von fast 38 Millionen Tonnen Weizen. Zum Vergleich: 2009 bewegte sich der durchschnittliche Monatsumsatz lediglich bei knapp 162.000 Kontrakten.
Wie groß der Spielraum der Weizenpreise noch ist, wird maßgeblich von dem Ernteergebnis in Russland sowie der Exportpolitik der Schwarzmeerländer Kasachstan und der Ukraine abhängen. Eine weitere Abwärtskorrektur der Angebotsprognosen könnte die Börsen weiter anheizen. Allerdings ist trotz der massiven Ernteeinbußen ein weiterer nachhaltiger Preisaufschwung unwahrscheinlich, da die globalen Bestände recht umfangreich sind.