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Futtermittel
30.09.2010

Sorgfältig silieren

Die Futterqualität des Silomaises wird in diesem Jahr sehr unterschiedlich ausfallen. Unter Umständen treten aufgrund der schwierigen Wachstumsbedingungen regional sogar deutliche Abweichungen von Schlag zu Schlag auf. Vor diesem Hintergrund werden der richtige Zeitpunkt der Ernte und die optimale Silierung besonders wichtig. Darauf wies jetzt das Deutsche Maiskomitee e.V. (DMK) hin.

Der geeignete Erntezeitpunkt hängt sowohl von der Kolbenabreife als auch von der Entwicklung der Restpflanze ab. Die Gesamtpflanze sollte einen Trockenmassegehalt (TM-Gehalt) zwischen 30 und 35 Prozent aufweisen. Geringere TM-Gehalte können zu Sickersaftverlusten führen und höhere TM-Gehalte bereiten Probleme bei der Verdichtung des Silagegutes.

 Auf etlichen Flächen entwickelte sich der Mais 2010 jedoch nicht wie erwünscht, beispielsweise blieb teilweise die Kolbenentwicklung aus. Dieser Mais sollte frühzeitiger geerntet werden, weil bei vertrockneten Blättern der Besatz mit Mikroorganismen und Keimen steigt, was wiederum zu Qualitätsverlusten führt.

 Die Gefahr von Sickersaftverlusten lässt sich veränderten Häcksellängen einschränken. Normalerweise beträgt die optimale Häcksellänge zwischen vier und acht Millimeter. Mais zur Biogaserzeugung wird im Durchschnitt etwas stärker auf vier bis sechs Millimeter zerkleinert. Grünmais-Bestände können mit Längen bis zu 1,5 Zentimeter gröber gehäckselt werden. Sickersäfte werden in den Güllebehälter oder in Sickersaftgruben geleitet. Es ist jedoch auch möglich, Folien unterzuziehen oder den Sickersaft mit gehäckseltem Stroh, Schnitzeln oder gequetschtem Getreide aufzufangen.

 Um Schmutz und die Belastung mit Pilzsporen zu vermindern, sollte die Stoppellänge mindestens 20 Zentimeter betragen. Mit 20 Zentimetern höheren Stoppeln steigt zwar die Energiekonzentration der Silage um 0,1 MJ NEL/kg TM. Allerdings sinkt dann auch der Ertrag um fünf Prozent und der Strukturwert verschlechtert sich um 0,1. Eine solche Maßnahme ist insbesondere bei Beständen mit über 35 Prozent TM-Gehalt problematisch.

 Die Anlage des Silos sollte nach dem späteren Vorschub ausgerichtet werden. Experten empfehlen im Winter einen Vorschub von mindestens 1,5 Meter je Woche und im Sommer einen Vorschub von 2,5 Meter je Woche. So kann man Nacherwärmungen an der Anschnittfläche vorbeugen. Weil sich die Verdichtung des Erntegutes maßgeblich auf die Qualität der Silage auswirkt, empfiehlt das DMK Siliergut maximal 30 Zentimeter hoch abzulegen. Jede Futterschicht muss anschließend auf der gesamten Fläche wenigstens dreimal verfestigt werden. Dabei sollte die Fahrgeschwindigkeit höchstens vier Kilometer je Stunde betragen, damit eine Lagerungsdichte von mehr als 230 kg TM/cbm im Silo erreicht wird. Im Anschluss an die Ernte sollte das Silo sofort mit Folie abgedeckt werden. Gegen Schäden durch Vögel und Nagetiere empfiehlt sich ein zusätzliches Schutzvlies.

 Die Vergärung im Silo dauert bei einem TM-Gehalt zwischen 30 und 35 Prozent mindestens vier Wochen. Eine zu frühe Öffnung führt zu Stabilitätsproblemen und Nacherwärmungen durch die Sauerstoffzufuhr.