Fachartikel
08.10.2003

Sojaschrot in der Legehennenfütterung

Futtermischungen für Legehennen mit Sojaschrot als alleinigem Eiweißfuttermittel sichern eine hohe Legeleistung.

Die Fütterung von Legehennen erfolgt überwiegend mit Alleinfutter, das hinsichtlich seiner wertbestimmenden Inhaltsstoffe bei einem ad-libitum-Angebot den Bedarf der Hennen an Energie und Nährstoffen decken muss. Als weitere Fütterungsmethode kommt verschiedentlich die kombinierte Fütterung zur Anwendung. Die herkömmliche Variante sieht den getrennten Einsatz von Körnerfutter (rationiert) und Ergänzungsfutter (ad libitum) vor und ist bei der derzeitigen Fütterungstechnologie in der Käfighaltung nicht anwendbar. Eine abgewandelte Form der kombinierten Fütterung ist die gemeinsame Verabreichung von Körnerfutter (vorrangig Weizen) und pelletiertem Ergänzungsfutter, d.h. beide werden den Rationskomponenten als Mischung verabreicht. Sie eignen sich somit auch für die übliche Käfighaltung.

Sowohl im Alleinfutter als auch im Ergänzungsfutter kann Sojaschrot durchaus das einzige Proteinfuttermittel bilden. Sojaschrot mit erhöhtem Schalenanteil ist aufgrund geringerer Energiedichte und Gehalte an Rohprotein und essentiellen Aminosäuren als Proteinfuttermittel für hochproduktive Legehennen nicht geeignet. Neben Alleinfutter sind auch Ergänzungsfutter möglich. Da die schwefelhaltigen Aminosäuren in Legehennenrationen in der Regel die erstlimitierenden Eiweißbausteine sind und Sojaschrot nur mäßige Gehalte dieser Aminosäuren aufweist, ist bei ausschließlicher Verwendung von Sojaschrot als Proteinträger die Ergänzung mit technischem Methionin (DL-Methionin, bzw. Hydroxyanaloge von Methionin und ihre Salze) unabdingbar. Wenn keine Supplementierung erfolgt, ist ein verhältnismäßig hoher Sojaschrotanteil, bzw. RP-Gehalt in der Futtermischung erforderlich, um die Konzentrationsnormen für S-haltige AS, bzw. Methionin sicherzustellen. Solche Rationen verursachen jedoch Überangebote an weiteren essentiellen AS und an Stickstoff insgesamt, die eine gesteigerte Stickstoffausscheidung in den Exkrementen zur Folge haben, was ökologisch nicht zu vertreten ist. Durch die Ergänzung von Getreide-Sojaschrot-Rationen mit technischem Lysin läßt sich der Proteingehalt reduzieren, was geringere N-Ausscheidungen zur Folge hat.

Möglichkeiten zur Verbesserung der Nährstoffverwertung von Sojaschrot bzw. sojaschrothaltigen Rationen

Der Phosphor in Sojabohnen, bzw. im Sojaschrot liegt ebenso wie in Getreide und weiteren pflanzlichen Eiweißfuttermitteln in der Phytatbindung vor. Voraussetzung für die Nutzung des Phytat-P durch die Legehenne ist die enzymatische Abspaltung der Orthophosphorsäuregruppen. Hierzu wird das Enzym Phytase benötigt, das von der Henne nicht gebildet werden kann. Hinzu kommt noch, daß die meisten pflanzlichen Futtermittel, u.a. auch die Leguminosen (z.B. Sojabohnen) über keine pflanzeneigene Phytase verfügen. Dadurch ist die P-Verwertung aus Sojaschrot relativ niedrig (15-20%). Durch Ergänzung mit mikrobiellen Phytasepräparaten lässt sich die P-Verwertung deutlich verbessern. Es wird deshalb empfohlen, Getreide-Sojaschrot-Rationen mit mikrobieller Phytase zu ergänzen, wenn nicht ausschließlich Weizen, Triticale und Roggen als Getreidekomponenten die Energiefuttermittel in solchen Rationen sind. Die genannte Getreidearten enthalten eine hohe pflanzeneigene Phytaseaktivität. Durch diese Maßnahme kann die anorganische P-Ergänzung abgesenkt werden und es verringert sich der P-Gehalt in den Exkrementen.

Durch enzymatischen Aufschluss der beachtlichen Fraktion an Nichtstärke-Polysacchariden bestände die Möglichkeit, den energetischen Futterwert von Sojaschrot zu erhöhen. Vor allem der Abbau der Oligosaccharide bis zu den resorptionsfähigen Monomeren (Glucose, Galactose) mittels geeigneter mikrobieller Enzympräparate, die Galactosidasen enthalten, erscheint nach ersten Untersuchungsergebnissen ein aussichtsreicher Weg zu sein.

Quelle: ASA-Hamburg