Fachartikel
17.06.2003

Sojaschrot in der Broiler- und Putenmast

Welche Anforderungen haben Masthühner (Broiler) und Masttruthühner (Mastputen) an den Energie- und Nährstoffgehalt des Futters?

Die Fütterung von Broilern als auch von Mastputen erfolgt nach dem Prinzip der Phasenfütterung, d.h. die Energie- und Nährstoffgehalte der vorrangig zum Einsatz kommenden Alleinfuttermischungen werden den sich im Verlauf der Mast verändernden Ansprüchen der Tiere angepasst. Bei der Kurzmast von Broilern (ca. 35 Tage) werden 2 Futtermischungen empfohlen, bei der verlängerten Mast (ca. 49-63 Tage) zusätzlich eine Futtermischung mit deutlich abgesenkten Nährstoffgehalten. Bei der Putenmast, die sich bei männlichen Tieren bis etwa zur 22. Woche erstrecken kann, sind größere Veränderungen in den Anforderungen der Tiere an den Energie- und Nährstoffgehalt des Futters im Verlauf der Mast zu verzeichnen als bei Broilern, so dass heute in Deutschland ein 6-Phasenfütterungsprogramm empfohlen wird. Die Mast der weiblichen Tiere kommt in der Regel mit 15/16 Wochen zum Abschluß und es findet ein 5-Phasenfütterungsprogramm Anwendung.

Futtermischungen mit Sojaschrot als alleiniges proteinreiches Futtermittel

Es wurde bereits dargestellt, dass bei der Mast von Broilern und Puten vorrangig Alleinfuttermischungen zur Anwendung kommen, welche hinsichtlich Energie- und Nährstoffkonzentration den jeweiligen Anforderungen der Masttiere gerecht werden müssen. Derartige Alleinfuttermischungen enthalten vor allem energiereiche Futtermittel (Getreide) und proteinreiche Futtermittel sowohl pflanzlicher als auch tierischer Herkunft. Bestimmte Markenfleischprogramme fordern jedoch den Einsatz von Futtermischungen, welche frei sind von tierischen Futtermitteln. Insbesondere zu Mastbeginn ist dann die Verwendung von Sojaschrot unverzichtbar. Die hohen Anforderungen junger Mastputen an den Rohproteingehalt des Futters (29%) können nur mit HP-Sojaschrot erreicht werden. Sojaschrote mit unterschiedlichen Proteingehalten (44 bzw. 48%) bieten außerdem die Möglichkeit sinnvoller Kombinationen bezüglich des Protein- und Aminosäurengehaltes der Futtermischungen. Sojabohnenvollschrot enthält beachtliche Anteile zellgebundenen Fettes, was hinsichtlich verarbeitungstechnischer Eigenschaften des Mischfutters für energiereiche Futtermischungen in der Broilermast von Bedeutung ist. Bei ausschließlicher Verwendung von Sojaschrot sind jedoch folgende Aspekte zu berücksichtigen:

Das gegenüber Fischmehl etwas ungünstiger zu beurteilende Aminosäurenmuster muss durch den Einsatz technischer Aminosäuren (insbesondere Methionin und Lysin) ausgeglichen werden.

Der Nicht-Phytin-P-Anteil ist deutlich geringer und muss gegebenenfalls durch Zulage von Phytase zum Mischfutter erhöht werden.

Die Spurenelement- und Vitaminversorgung muss durch entsprechende Vormischungen (Prämix) sichergestellt werden.

Quelle: ASA-Hamburg