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Tabelle 1: Globale Schweineproduktion (1970 - 2006) FAO Daten

Tabelle 2: Zahl der kommerziellen Farmen in China 2007 (Liu Juhong, 2008)


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14.12.2009

Schweineproduktion in China

Nach FAO Daten hat sich die weltweite Schweineproduktion in den letzten 25 Jahren mehr als verdoppelt.

Nach der VR China und den USA lag Deutschland im Jahr 2006 auf dem dritten Platz in der Schweineproduktion (Tabelle 1). Bis 2012 wird die Produktion an Schweinefleisch in China auf 55,1 Mio Tonnen gestiegen sein (Buhl, 2008). Im Herbst des Jahres 2008 ist  China der WTO beigetreten, um in Zukunft nach WTO Standard mit einer sicheren und hochwertigen Qualität Fleisch und andere Lebensmittel zu produzieren und um diese Ware  z.B. auch in die USA zu exportieren (v. Eschenbach,2008). Seit mehreren Jahren ist China auch Mitglied in weltweit operierenden Organisationen wie FDA, FAO und OIE.

Struktur der Schweineproduktion

In China bestehen heute überwiegend private Schweinehaltungen mit nur wenigen Sauen und mit genossenschaftlich organisierten Farmen mit über 1000 Sauen und mehr (Tabelle 2). Die meisten Betriebe produzieren ihre eigenen Jungsauen für die Ferkelproduktion mit angeschlossener Mast. Einige internationale Zuchtorganisationen wie PIC, TOPIGS etc. haben Vermehrungsbetriebe mit  eigener Genetik im SPF Status aufgebaut und produzieren Jungsauen und Eber mit einem definierten Gesundheitsstatus für Ferkelerzeuger. Neben den Kreuzungstieren der internationalen Zuchtunternehmen befinden sich in zahlreichen Ferkelerzeugerbetrieben Landrasse und Large White Sauen und Eber sowie für die Mastferkelproduktion überwiegend Duroc Eber. Die Sauenfarmen mit über 1000 Sauen produzieren an einem Standort im geschlossenen System mit Zukauf von Ebern und einigen Jungsauen für die Zucht. In nur ca. 1% der Farmorganisationen findet die Schweinehaltung an zwei oder drei Standorten mit getrennter Zucht, Ferkelproduktion und Mast statt.

In den einzelnen Provinzen wird die Zahl der Schweinebetriebe sehr stark vom Futterangebot durch den Anbau von Getreide, Soja und Körnermais beeinflusst. Die meisten Schweine (42,61%) befinden sich im Gebiet des Yangze Flusses und weitere Schweine (22,5%) in Nordchina. In den südöstlichen Provinzen an der Küste werden 16,84% der Schweine Chinas gehalten und ein geringerer Prozentsatz 7,46% im Nordwesten Chinas.

Fütterungsregime

Da sehr viele Menschen der Landbevölkerung für die Tierproduktion zur Verfügung stehen, werden bisher in den Betrieben keine automatischen Fütterungssysteme eingesetzt. In den großen kommerziellen Schweinefarmen wird in der Regel pelletiertes Futter als Sackware der Mühlen von Hand den verschiedenen Altersgruppen angeboten. Die Futtermischungen werden in privaten Mühlenwerken hergestellt. Die Energie wird als „digestible Energie“ (DE) berechnet. An Aminosäuren werden Lysin, Methionin, l-Tryptophan, Threonin und Cystin, an Vitaminen werden B, C, A, D, E und an Mineralien Fe, Cu, Ca, P, K, Zn, Se, J substituiert. Futtergrundlage sind Getreidekorn: Gerste, Weizen sowie gemahlene Maiskörner und Sojaschrot. Komplette Futtermischungen werden für die Saugferkel als Milchpulver hergestellt. Fertigfutter für Sauen gibt es für Jungsauen, tragende und säugende Sauen. Den Ferkeln wird in der ersten, zweiten bis dritten und von der dritten bis fünften Woche p.p. und den Mastschweinen von 25-50 kg und von 50 kg bis zum Mastende mit meist 120 kg Körpergewicht jeweils ein spezielles Futter verabreicht.

Reinigung und Desinfektion

Der Kot wird auf den festen Flächen mit Besen und Schaufel mehrmals am Tag beseitigt und in einen Güllebehälter verbracht. Unter den Vollspaltenböden der Ferkelaufzuchtställe befinden sich feste Böden mit einer leichten Schräge zu den Güllekanälen. Von hier fließt die Gülle in offenen Kanälen in Güllebehälter. Die Abferkelställe und die Flatdecks werden im Rein- Raus- System gefahren und nach dem Räumen mit Hochdruckreinigern gesäubert und danach mit Desinfektionsmitteln eingesprüht. In vielen Farmen werden die Stallwände vor der Neubelegung mit gelöschtem Kalk gestrichen.

Biosecurity

In den Farmen besteht die Pflicht , bevor ein Farmgelände betreten wird, die Straßenschuhe in einer Wanne mit Desinfektionsmittel zu tauchen, die Hände zu Waschen und nach dem Betreten des Umkleideraumes die Kleidung zu wechsel und betriebseigene Schutzkleidung anzulegen. Hygienemassnahmen in den Beständen werden wie bei uns durchgeführt. Für Jungsauen und Eber wird während der Aufzucht ein Leistungstest durchgeführt. Der Gesundheitsstatus der Verkaufstiere  zur Zucht wird durch einen Blutprobencheck auf spezielle Erreger untersucht.

Gesundheitsprogramm

Da im Jahre 2006 die chinesischen Schweinefarmen von einem hochinfektiösem PRRS Virusstamm infiziert wurden und auch andere endemische Erkrankungen wie die klassische Schweinepest (CSF), Maul und Klauenseuche (MFD),Pseudorabies (PR), Porcine Reproductive Respiratory Syndrome Virus (PRRSV), Schweineinfluenza (SI), Porcine Parvovirose (PPV), Porcine Circovirus Typ 2 (PCV2) und in einigen Provinzen die Japanische Encephalitis (JE) vorkommen können, wurde durch die Zentralregierung ein „Disease Controle Programm“ installiert. In diesem Meldesystem werden Erkrankungen vor Ort erfasst und über die Provinzen an die Regierung nach Peking gemeldet. Gleichzeitig wurde von der Regierung ein Impfprogramm gegen die wichtigsten Schweinekrankheiten wie CSF, MFD, PR und PRRSV installiert (Wang, 2008). Andere Impfungen werden von den Betrieben nach Erregersituation vor Ort durchgeführt. Hierzu gehören folgende Erkrankungen EP, RA, GD und APP. Für CSF und MFD werden auf staatliche Veranlassung hergestellte Lebendimpfstoffe appliziert. Aus einigen in China häufig isolierten  PRRSV Stämmen werden von der chinesischen Industrie selbst produzierte PRRSV Lebendvaccinen verwendet und mit mehr oder weniger gutem Erfolg in frisch infizierten Herden an die Sauen verabreicht. Um aber einen umfassenden Schutz der Sauenbestände vor Ferkelverlusten zu gewähren, wird die  in China zugelassene Boehringer Ingelheim PRRS MLV Vaccine für Schweine in immer mehr Farmen erfolgreich eingesetzt.

Produktionskontrollen

Neben den serologischen Blutkontrollen für Erregernachweise,werden mehr und mehr Produktionsdaten in den Betrieben ermittel, um die Produktivität zu steigern. Dazu werden die Zahl der lebend und tot geborenen Ferkel, die Zahl der Verluste unter den Ferkeln im Abferkelstall und im Flatdeck aufgeschrieben. Die Umrauschqouten nach Natursprung und instrumenteller Besamung und die Anzahl der Lehrtage wird erfasst und mit Comuterprogrammen ausgewertet. In den von mir besuchten Farmen schwankten die Zahl der pro Sau und Jahr abgesetzten Ferkel zwische 18 und 24 (selten) Ferkeln. Die Umrauschqouten lagen zwischen 10 und 30 %.

Das unterschiedliche Leistungsniveau der Farmen  ist nach meinen Erhebungen und Untersuchungen bedingt durch:

  1. die Rassen: LW, Landrasse, Duroc, wie ich sie in den Beständen angetroffen habe. Bisher sind nur vereinzelt Betriebe mit Hybriden von PIC, Topigs oder weiteren Gesellschaften ausgestattet.
  2. das Management, die Hygiene, die Haltung aller Tiere an einem Standort,
  3. die instrumentelle Besamung mit z.T. schwankender Spermaqualität, sowie ungenauer Brunstkontrolle,
  4. gesundheitliche Probleme, die nur seltem - wie international üblich - durch Laboruntersuchungen abgeklärt werden,
  5. ungezielte Behandlungen mit z.B. Antibiotika ohne vorherigen Resistenztest,
  6. ungenügende Intensität der Impfungen gegen verschiedene Erreger und ungezielter Einsatz der Impfstoffe ohne serologische Kontrolle,
  7. ungenaues  Fütterungsregime ohne Kontrollwiegungen,
  8. Problemen mit Mycotoxinen im Getreide und im Mais,
  9. unzureichende Erfassung und Auswertung der Mastdaten.

Kosten der Schweineproduktion

Da große Beriebe in der Regel ihre Jungsauen selbst produzieren, sind die Erstehungskosten für Jungsauen geringer als in Deutschland. Die Futterkosten sind in den letzten Jahren für Getreide und Soja  gestiegen. Die Verkaufspreise für Mastferkel lagen im Jahr 2008 bei 25 – 35 € und für Jungsauen bei 40 – 60 €  pro Schwein. Die Verkaufspreise für Mastschweine mit einem Körpergewicht von 120 kg betrugen 180 – 200 € pro Schwein (Dong Wang, 2008).

Im Rahmen des von der Regierung installierten Programms „Food Safety“ werden die Futtermittel auf Hg, Pb, As, Cd, Cr, Lindan und DDT untersucht. Auf dem Schlachthof werden die Schlachtschweine in einer festgelegten Stichprobe auf Arzneimittel Rückstände untersucht.

Tierärztliche Betreuung der Betriebe

Die Arzneimittel werden über sogenannte Distributoren in den Provinzen im Auftrag der Arzneimittelfirmen an die Farmer verkauft. In ca. 100 Ingenieur Schulen gibt es den Studiengang „Animal Health“. Hier werden die Absolventen zu “Vets“ ausgebildet. Diese „Vets“ verrichten zusammen mit Farmarbeitern tierärztliche Aufgaben wie Beratung, Diagnostik, Blutentnahme und Impfung.

Zusammenfassung

Die Schweineproduktion  in China liegt zur Zeit bei über 50 % der Weltproduktion und wird in den nächsten Jahren weiter wachsen, da Schwein und Geflügel zu den wichtigen Nahrungsquellen der Bevölkerung, besonders der Städter  gehören. Da sich die VR China in den letzten Jahren  zahlreichen internationalen Organisationen der Nahrungsmittelproduktion angeschlossen hat, wird die Schweineproduktion mehr und mehr nach den Anforderungen dieser Standards ausgerichtet.