Rohe Vollfettsojabohnen in der Ferkelaufzucht und Schweinemast
Der Einsatz von 10 % rohen Vollfettsojabohnen in der Ferkelaufzucht führt zu deutlich reduzierten Futteraufnahmen und Leistungen um bis zu 30 %.
Durch anschließend praxisübliche Fütterung mit Sojaextraktionsschrot in der Mast werden die Leistungseinbußen z.T. wieder kompensiert.
Die durchgängige Fütterung mit 10 % (Endmast 5 %) rohen Sojabohnen in Ferkelerzeugung und Mast führt zu einer Verlängerung der Mastdauer von einem Monat (≈ 0,5 Umtriebe) gegenüber konventioneller Fütterung mit Sojaextraktionsschrot und beeinflusst insbesondere die Fleischmaße negativ.
5 – 10 rohe Sojabohnen erhöhen den Anteil der Polyensäuren im Speck weit über die kritische Grenze von 15 % hinaus, die Haltbarkeit und Schnittfestigkeit von Dauerwaren und Schinken sind wahrscheinlich stark beeinträchtigt.
In der Ferkelaufzucht sind keine, in der Mast max. 5 % rohe Sojabohnen einzusetzen.
Bei Marktpreisen von 38,7 €/dt brutto (Härle und Lettenmayer, 2010), Minderleistungen von 8 - 30 %, zusätzlichem Bedarf für Lagerung, Vermahlen, ... ist kein finanzieller Vorteil gegenüber dem Einsatz von Sojaextraktionsschrot zu erkennen.