(Foto: agrar-press)


Markt
10.08.2011

Rindfleisch überraschend gut nachgefragt

Zeigen sich bei den Schweinehaltern zurzeit eher Sorgenfalten, so dürfen sich Rinderhalter über einen entspannten bis gut laufenden Markt freuen. Nach Umfragen des Landvolk-Pressedienstes erhalten Rinderhalter zurzeit sowohl für Jungbullen als auch für Schlachtkühe recht gute Preise. Marktbeobachter sprechen von einem erfreulichen Niveau, zumal der Rindfleischmarkt in den Sommermonaten normalerweise eher zur Schwäche neigt.

Bei den Schlachtkühen hat ein knappes Angebot
die Preise stimuliert. Da die Milchviehhalter momentan auch deutlich
höhere Erzeugerpreise erzielen als vor einem Jahr, geben sie kaum Kühe
zum Schlachter. Auch bei den Jungbullen kann trotz eines
frühsommerlichen Preiseinbruches der Markt als recht erfreulich
beschrieben werden. Die Preise für Bullen der gefragtesten Kategorie
R3 notieren mit etwa 3,30 Euro je Kilogramm deutlich höher als in den
vergangenen Jahren zu dieser Jahreszeit. Es kamen deutlich weniger
Tiere zur Schlachtung, die Nachfrage im nationalen und internationalen
Markt dagegen zieht an. Zusätzliche Impulse erhofft sich die Branche
aktuell vom muslimischen Ramadanfest.

Im europäischen Markt dagegen ist das Rindfleischangebot in den ersten
Monaten des laufenden Jahres gestiegen, in erster Linie in England und
Frankreich wurden deutlich mehr Rinder geschlachtet als im Vorjahr.
Die „Notschlachtungen“ infolge der Trockenheit in Frankreich sind
dabei noch nicht berücksichtigt. Deutliche Preiserhöhungen von bis zu
20 Prozent gegenüber dem Vorjahr werden für Rindfleisch aus den USA,
Brasilien und Argentinien gemeldet. Auch im deutschen Markt haben die
Verbraucher beispielsweise im Juni aufgrund der zahlreichen Feiertage
mehr Rindfleisch nachgefragt. Allerdings reichte dieses Nachfrageplus
nicht aus, um das im ersten Halbjahr insgesamt unter dem
Vorjahresniveau liegende Niveau anzuheben. Für den Handel aber zahlte
sich das Geschäft mit Steak, Braten oder Rouladen dennoch aus, trotz
geringerer Verkaufsmengen stiegen die Umsatzerlöse. Im ersten Halbjahr
erreichte der Warenwert für frisches Rindfleisch im deutschen Markt
einen Betrag von 685,1 Mio. Euro, das waren gut fünf Prozent mehr als
2010 mit 651,7 Mio. Euro.