
Rationsbeispiele für hochtragende Mutterschafe (90 kg LG, Zwillingsträchtigkeit, jeweils 4 kg Geburtsgewicht)

Rationsbeispiele für laktierende Mutterschafe (80 kg LG, Zwillingslämmer, 3 kg Milch/Tag)
Rationen zur Optimierung der Versorgung der Mutterschafe
Rationsbeispiele
Bedarfsoptimierte Rationsvorschläge
Zur bedarfsgerechten Versorgung von Mutterschafen sind die mögliche Futteraufnahme in den einzelnen Leistungsstadien und die Richtwerte für den Nährstoff- und Energiebedarf heranzuziehen. Außerdem müssen die Nährstoff- und Energiegehalte der eingesetzten Futtermittel bekannt sein. Auf der Basis dieser Zahlenwerte erfolgte die Berechnung von Rationsbeispielen.
Tabelle 1 fasst Rationsbeispiele für hochtragende Mutterschafe in der
Winterfütterung zusammen. Hierbei wurde von Tieren mit einem Lebendgewicht von 90 kg und Zwillingsträchtigkeit ausgegangen. Im oberen Teil der Tabelle wurden zunächst Grobfutterrationen gebildet Zur Ergänzung werden
– je nach Grobfuttertyp – entweder ein Kraftfutter mit Energie- oder Eiweißüberhang vorgeschlagen.
Mutterschafe, die Zwillingslämmer säugen, müssen sehr intensiv ernährt werden. Dies gilt insbesondere für die ersten vier Laktationswochen.
Nur bei der unterstellten hohen Futteraufnahme (3,1 kg TM/Tag) ist eine annähernd bedarfsgerechte und wiederkäuergerechte Fütterung (unterstellt:
mind. 17 % Rohfaser in der TM der Gesamtration) möglich. Die dargestellten Grobfutterrationen (Tabelle 2) müssen mit 1,6–1,8 kg Kraftfutter ergänzt werden, um die hohe angestrebte Leistung (3,0 kg Milch) zu erreichen.
Mit zurückgehender Säugeleistung (ab der 5. Laktationswoche) kann die Fütterungsintensität wieder abgesenkt werden, d.h. die Kraftfuttermenge kann reduziert werden (der Milcherzeugungswert von 1 kg Kraftfuttermischung beträgt ca. 1,3 kg Milch).
In den Rationen, wo keine oder wenig Kraftfuttermischung eingesetzt wird, muss die zusätzliche Mineralstoffversorgung beachtet werden (Anhaltswerte für die tägliche Mineralfutterversorgung: niedertragende Schafe: 10 g, hochtragende Schafe: 20 g, laktierende Schafe: 30 g). Hierbei sind spezielle
Mineralfuttermischungen für Mutterschafe einzusetzen.
Eine tierindividuelle Kraftfutterzuteilung ist nur in kleinen Herden (Koppelschafhaltung) praktikabel. In größeren Mutterschafbeständen
muss die Betreuung und Fütterung herdenbezogen erfolgen. Eine
bedarfsgerechte Versorgung der Tiere ist nur dann möglich, wenn sich alle Tiere in der Herde im gleichen Reproduktionsstatus befinden. Somit gewinnt die Forderung nach einer zeitlich dicht gedrängten Decksaison eine besondere Bedeutung für die leistungsgerechte Fütterung. Eine Teilung der Herde während der Laktationsperiode nach Schafen mit Einlings- bzw. Mehrlingsgeburten
ermöglicht.