Futtermittel, Rapsextraktionsschrot
17.05.2006

Rapsschrot – eine kostengünstige Alternative zu Sojaschrot

Umfangreiche Fütterungsversuche und viele Praxisbetriebe bestätigen, dass in der Milchviehfütterung auch bei Hochleistungskühen Rapsschrot durch Sojaschrot ersetzen kann.

Viele Bullenmastbetriebe auf Basis Maissilage ergänzen inzwischen das erforderliche Eiweiß durch Rapsschrot oder 50:50 Mischungen aus Sojaschrot/Rapsschrot. In der Schweinefütterung schließlich können in den Futtermischungen problemlos bis 15 % Rapsschrot eingesetzt werden.

Rapsschrot noch günstiger
Nach der Umstellung auf glukosinolatarme Sorten (00-Sorten) ist Rapsschrot sowohl bei den Mischfutterherstellern als auch den Eigenmischern in immer größeren Mengen in den Mischungen für Rinder und Schweine eingesetzt worden.
Aufgrund des im Vergleich mit Sojaschrot niedrigen Protein- und Energiegehaltes liegt der „Vergleichspreis“ von Rapsschrot bei rund 2/3 des Sojaschrotpreises. Ein Vergleich der Preisnotierungen im Schnitt der Jahre 2002 und 2003 zeigt, dass diese Preisrelation, bei denen die Nährstoffe im Rapsschrot und Sojaschrot exakt gleich teuer sind, annähernd erreicht wurde.
Im Schnitt des Jahres 2004 sank der Rapsschrotpreis auf rund 60 % des Sojaschrotpreises. Wie ist das zu erklären? Dazu ist es hilfreich, die erste und zweite Jahreshälfte getrennt zu betrachten. In den ersten 6 Monaten erreichte Rapsschrot mit 64 % noch annähernd den – bezogen auf die Inhaltsstoffe – „gleichen Preis“ wie Sojaschrot. In der zweiten Jahreshälfte fiel dann der Vergleichspreis von Rapsschrot auf 56 %. Ursache war die – infolge der Rekordrapserntedeutlich gesteigerte Verarbeitung und ein erheblich größeres Rapsschrot-Angebot, was die Preise drückte.
Die Situation hielt auch im Jahr 2005 an. Rapsschrot musste bis August im Schnitt mit 54 % des Sojaschrotes bezahlt werden.

Fazit und Ausblick
Seit etwa Mitte letzten Jahres steht Rapsschrot – aufgrund des hohen Angebotes – deutlich preisgünstiger zur Verfügung als Sojaschrot. Die Nährstoffgehalte Eiweiß, Energie, Mineralstoffe, etc. stehen damit derzeit bei Rapsschrot deutlich günstiger zur Verfügung als im „Standardeiweißfuttermittel“ Sojaschrot.
Aufgrund der erfreulich guten Rapsernte in 2005 und einer nach wie vor hohen Nachfrage nach Rapsöl wird auch in den kommenden Monaten die Rapsverarbeitung auf hohem Niveau fortgesetzt und entsprechend viel Rapsschrot anfallen.
Die Aussichten für die Tierhalter in der nächsten Zeit Eiweiß in Rapsschrot günstiger kaufen zu können als in Sojaschrot sind nach wie vor gegeben.
Unsere Empfehlung: Beobachten Sie den Markt und vergessen Sie nicht zu kaufen. Sie können die günstigen Preise auch über Kontrakte für längere Zeit absichern.

Tabelle: Entwicklung der Preiswürdigkeit von Rapsschrot im Vergleich zu Sojaschrot = 100 %

Quelle: Verband Deutscher Oelmühlen e.V.