Grundlagen-Rinder, Rapsextraktionsschrot, Futtermittel
07.11.2007

Rapsprodukte in der Ration

Dauerhafte 10.000 kg Milch bei bester Tiergesundheit

Mit 50 Milchkühen und einer Flächenausstattung von 25 ha begannen Iris und Günter Großhans 1980 gemeinsam ihren Betrieb in Weinheim zu bewirtschaften. Neben der Milchviehhaltung waren immer Obst- und Weinbau weitere Standbeine des Betriebes. Aufgrund der Neigung des Betriebsleiterehepaares wurde der Milchviehbestand aus der eigenen Nachzucht in den folgenden Jahren ständig aufgestockt. In den 90ern begann dann die gezielte Schwarzbuntzucht auf Milchleistung. Heute halten Iris und Günter Großhans mehr als 100 Milchkühe mit einer Milchleistung von über 10.000 kg Milch je Kuh in den letzten 4 Jahren. Unterstützung erhalten sie dabei von ihren beiden Söhnen, von denen Jochen zusammen mit den Eltern den Milchviehbereich managt und Axel für die neue Biogasanlage verantwortlich ist.

Optimaler Kuhkomfort
Diese hohe und kontinuierliche Leistungsentwicklung der Herde in den vergangenen Jahren wurde möglich durch eine intensive Begutachtung von Haltungssystemen – nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA – und deren Realisierung im eigenen Betrieb. Ein Stallneubau brachte ein Höchstmaß an Wohlbefinden für die Milchkühe. Die positiven Auswirkungen dieses Stallneubaus zeigen sich in den beständig guten Leistungen der Kühe (Tab. 1).

Erfolgsfaktor Fütterung
Ein weiterer wichtiger Faktor für die positive Leistungsbilanz des Betriebes waren die Spezialisierung und Vereinfachung in der Fütterung. Bei der Rationszusammensetzungdifferenziert der Betrieb in vier Abschnitte (Tab. 2):
- Trockensteherration
- Transitration
- Hochleistungsration (bis zum 150. Laktationstag)
- Leistungsration (ab dem 151. Laktationstag)

Seit 1998 werden alle Rationen den Kühen als Totale-Misch-Ration einmal täglich (abends) frisch vorgelegt. Das Futter wird tagsüber mehrmals mit Hilfe eines Schiebers – Marke Eigenkonstruktion – nachgeschoben. Heu steht den Tieren an separaten Fressplätzen zur freien Aufnahme zur Verfügung.
Die Rationen sind von der Zusammensetzung vielseitig und sehr schmackhaft. Alle Futtermittel sind entweder im Betrieb vorhanden oder werden schon seit Jahren in sehr guter Qualität (Biertreber, Schnitzel, Rapsschrot, Raproplus) zugekauft.

Familie Großhans setzte bis 2004 als Eiweißträger in den Milchviehrationen immer Rapsschrot und Sojaschrot zu gleichen Anteilen ein. Ab 2005 wurde auf Sojaschrot vollständig verzichtet. Als neuer Eiweißträger kam Raproplus, ein pansengeschütztes Rapsschrot, in den Rationen zum Einsatz.
Durch diese Maßnahme stieg der Eiweißgehalt im Mittel um 0,15% an. Die Kühe zeigen seit Einsatz dieses Eiweißträgers einen besseren Laktationsstart, stabilere Klauen und eine große Persistenz in der Milchleistung.
Nach Einschätzung der Betriebsleiter führte die inzwischen seit über 2 Jahren realisierte reine Rapsschrotfütterung durch den negativen DCAB-Wert des Rapsschrotes zu einer erheblich reduzierten Milchfiebererkrankung der Tiere.
Die Zwischenkalbezeit von 412 Tagen wird vom Ehepaar Großhans als sehr positiv beurteilt, da die Kühe dadurch ausgiebig Zeit bekommen, ihre Milch auch abliefern zu können.
Es wird grundsätzlich keine Kuh vor dem 70. Laktationstag besamt. Alle Tiere müssen sich bei der Besamung wieder in einer positiven Energiebilanz befinden.

Quelle: Zeitschrift Veredlungsproduktion