
Rapsprodukte in der Legehennenfütterung
In der industriellen Mischfutterproduktion in Deutschland finden Rapsprodukte (Rapsöl, Rapsextraktionsschrot, Rapskuchen/-expeller) seit langer Zeit ihre Verwendung. Während Rapsöl i.d.R. in Mischölprodukten mit definiertem Fettsäuremuster eingesetzt wird, werden die Nebenprodukte der Ölgewinnung als wertvolle Proteinquelle verwandt. Dies gilt auch für die Geflügelfütterung, begünstigt z.B. durch das für die Geflügelernährung günstige Aminosäurenmuster im Rapsprotein.
Rapsschrot und Rapskuchen werden schon seit langer Zeit im Geflügelmastfutter (Masthähnchen, Puten, Wassergeflügel), im Aufzuchtfutterder Legehybriden und vereinzelt auch im Futter für weiße Legehennen eingesetzt. Als begrenzende Faktoren sind einerseits die Preiswürdigkeit in der Rezepturoptimierung sowie der Restgehalt an Glucosinolaten zu nennen. Insbesondere zum letzten Aspekt erwartet die Tierernährung von der Rapszüchtung eine weitere Absenkung des Gehaltes an Glucosinolaten
Einsatz bei Braunlegern
Eine Besonderheit stellt der Einsatz von Rapsprodukten (Rapsprotein) bei braunschalig legenden Legehybriden dar. Das im Rapsprotein enthaltene Sinapin erzeugte bis vor kurzem bei allen weltweit gezüchteten braunschalig legenden Legehybriden einen sehr unangenehmen Geschmack des Dotters, sog. Riecheier oder Fischeier.
Der Lohmann Tierzucht GmbH ist es als erstem Zuchtunternehmen gelungen,
die genetisch bedingte Ursache dieses Problems eindeutig zu erkennen und auf dieser Basis konsequent über die traditionelle Züchtung das Auftreten von
Riecheiern, bedingt durch Rapsprotein, auszuschließen. Alle braunschalig
legenden Zuchtprodukte von Lohmann Tierzucht sind seit Beginn des Jahres
2007 frei von dem „TMA-Gen“.
In voll integrierten Legehennenbetrieben wird Rapsschrot oder Rapskuchen/-expeller schon lange gezielt bei weißschalig legenden Hennen eingesetzt, mit bestem Erfolg und sehr oft einer nachhaltigen Senkung der Futterkosten. Dies ist nun auch mit Braunlegern von Lohmann Tierzucht möglich und wird in der Praxis bereits realisiert.
Zwingende Voraussetzung ist jedoch, dass der Hennenbestand zu „100 % reinrassig Lohmann“ ist und die Futterlogistik lückenlos organisiert werden kann, da es nach wie vor Braunleger gibt, die das genetische Problem in sich tragen.
Wenn die genannten Voraussetzungen gegeben sind, kann Rapsschrot und
Rapskuchen/ -expeller mit bis zu 15 % in einer Futtermischung für braunschalig
legende Hennen eingesetzt werden – wie bei weißschalig legenden Hennen schon seit langer Zeit erfolgreich praktiziert.
Rapsprodukte für wirtschaftlichen Nutzen
In Deutschland wird ein großer Teil des industriell hergestellten Legehennenfutters weitestgehend „anonym“ vermarktet, d.h. der Futterhersteller weiß nicht, an welchen Hennenbestand das Futter letztendlich verfüttert wird. Daher wird oft noch Abstand genommen vom Einsatz von Rapsprotein im Legehennenfutter. Bei entsprechenden Abnahmemengen und eindeutigen Liefervereinbarungen sind die führenden Mischfutterhersteller jedoch in der Lage, Rapsprodukte als attraktive Proteinquelle im Futter für braunschalig legende Hennen einzusetzen und auch einen Kostenvorteil an ihre Kunden weiterzugeben.
Der Kostenvorteil der beim Einsatz von Rapsprotein im Futter zu erzielen ist, hängt in großem Maße ab von der Preisrelation von Sojaschrot zu Rapsschrot sowie dem absoluten Preisniveau von Sojaschrot, der wichtigsten Proteinquelle in der Ernährung von Geflügel. Bei nach wie vor recht hohem Preisniveau von Sojaschrot stellen Rapsschrot und Rapskuchen/-expeller eine attraktive Alternative dar.
Die „richtigen“ Legehennen haben kein Problem mit dem Einsatz von Rapsprodukten im Futter. Deshalb sollte jeder Eiererzeuger danach streben, auch für seinen Betrieb den wirtschaftlichen Nutzen hieraus zu erzielen.
Weitere Informationen unter www.ltz.de