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Eiweißfuttermittel, Grundlagen-Rinder
26.02.2010

Rapsextraktionsschrot in der Milchviehfütterung – eine gute Alternative zum Sojaextraktionsschrot

In Zeiten geringerer Milchgelderlöse auf unseren Milchviehbetrieben einerseits und der höheren Wertschöpfung aus Molkereivermarktungen, die keine gentechnisch veränderten Futtermittel (z.B. konventionellen Sojaextraktionsschrot (SES)) zulassen andererseits, rückt das Rapsextraktionsschrot (RES) in den letzten Jahren stärker in die Wiederkäuerfütterung.

In der Praxis wird trotz gesicherter Ergebnisse aus Fütterungsversuchen immer noch über die Vergleichbarkeit und den richtigen Einsatz von Rapsschrot diskutiert, leider oftmals zu Gunsten des vermeintlich besseren aber auch teureren SES. Vergleicht man beide Futtermittel hinsichtlich ihres Futterwertes auf Basis des Energie- und des Proteingehaltes miteinander (Tabelle 1), lassen sich gezielte Aussagen zum Einsatz von RES machen.

Tabelle 1: Rapsextraktionsschrot im Vergleich zu Sojaextraktionsschrot

Futtermittel

Rohfaser

Rohprotein

UDP Anteil

NEL

nXP

RNB

 

g/kg

g/kg

%

MJ/kg

g/kg

g/kg

Rapsextraktionsschrot

127

349

30

6,4

206

22,9

 

 

 

 

 

 

 

Sojaextraktionsschrot schalr.

82

427

30

7,4

245

29,1

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei der Kuh ist die Versorgung mit Energie und nutzbarem Rohprotein am Dünndarm (nXP) entscheidend für die Milchproduktion. Da sich sowohl RES als auch SES in ihrer Pansenbeständigkeit (siehe UDP Gehalt) nicht unterscheiden, lässt sich der geringere Gehalt an nXP im RES durch eine etwas größere Einsatzmenge in der Mischration wieder ausgleichen. Des Weiteren sollte aufgrund des geringeren Energiegehaltes von RES die Energiedichte in der Gesamtration beachtet werden. Wenn in der Winterfütterung bereits mit hohen Anteilen Mais, Pressschnitzeln und/oder Getreide gearbeitet wird, kommt dem Energiegehalt des RES keine große Bedeutung zu. In energieärmeren Rationen muss z.B. Getreide als zusätzliche Energiequelle eingesetzt werden, um den niedrigeren Energiegehalt des RES im Vergleich zum SES ausgleichen zu können.

Mit diesen Aussagen wird letztlich ersichtlich, dass ein Austausch von SES durch RES auf Basis gleicher nXP -Versorgung möglich ist. Unter Einbeziehung einer Rationsberechnung lassen sich Fehler im Austausch der gefütterten Komponenten vermeiden. Aufgrund der aktuell besseren Preiswürdigkeit steht dem verstärkten Einsatz von RES nichts entgegen(siehe Tabelle 2).

Tabelle 2: Preiswürdigkeit von RES im Austausch gegen SES und Weizen auf Basis nXP und NEL

Preis für:

A: Weizen

 

 

B: Sojaextraktionsschrot, schalr.

11€/dt

12€/dt

13€/dt

14€/dt

25€/dt

20,48

20,55

20,62

20,68

27€/dt

22,06

22,13

22,20

22,26

29€/dt

23,64

23,71

23,78

23,84

31€/dt

25,22

25,29

25,35

25,42

 

Fazit: Zum gezielten Einsatz von RES als Eiweißkomponente in der Wiederkäuerfütterung ist eine Rationsplanung auf Basis der aktuellen Futterwerte zu empfehlen, um die Energie- und nXP-Versorgung nach den gültigen Empfehlungen ausrichten zu können. Wird der Austausch so vorgenommen, kann das RES zu den aktuellen Preisen gut mit dem SES konkurrieren.