(Foto: agrar-press)


Markt
14.09.2011

Pressemitteilung

Teils hektische Kursverluste, ausgelöst durch die Turbulenzen an den Finanz- und Aktienmärkten, prägen den internationalen Ölsaatenmarkt. Die Angst der Anleger vor Werteverlust griff auch auf den Agrarsektor über, viele Engagements wurden aufgelöst und verstärkten den Abwärtstrend. Damit gerieten die Kurse ins Rutschen.

Der Kassamarkt betrachtete gelähmt den stetigen Preisrückgang. Käufer und Verkäufer ziehen sich zurück. Während in den USA die Sojabohnen allerdings weiterhin unter Druck stehen, konnte sich für Raps der Markt zeitweise drehen.
 
Diesem Aufwärtstrend setzte die jüngste Versorgungsschätzung des US-Landwirtschafts-ministeriums allerdings ein Ende. Immerhin wurde die US-Sojaernte 2011 entgegen der Meinung der Marktteilnehmer größer eingeschätzt. Das belastete die Kurse in Übersee und in Folge auch bei uns. Das trübt auch wieder die Stimmung an den Kassamärkten, an denen es in der Vorwoche wenigstens im vorderen Lieferbereich zu häufigen Unterhandlungen kam. Aber Käufer und Verkäufer kommen preislich nicht zueinander, zu groß war und bleibt die Differenz der Preisvorstellungen. Dabei kann das katastrophale Ernteergebnis in Deutschland keinen Einfluss auf die Notierungen gewinnen. Immerhin wurde in Deutschland mit vorläufig geschätzten 3,9 Mio. t die kleinste Rapsernte seit 2003 eingefahren. Das bleibt nicht ohne Wirkung am Markt, bei einer Verarbeitung von geschätzten 8 Mio. t, wäre das nicht einmal ein Selbstversorgungsrad von 50 %! Daher wird Ware für Liefertermine ab November gesucht, ist zu den gebotenen Preisen allerdings nicht verfügbar. Innerhalb von nur zwei Börsentagen verlor der Fronttermin für Raps in Paris rund 6 EUR/t und rutscht wieder Richtung 440 EUR/t. Am Terminmarkt besteht immer noch der inverse Markt. Die vorderen Termine werden höher bewertet als die späteren. Um am Kassamarkt allerdings Ware für spätere Lieferungen zu erhalten, müssen Käufer Prämien bewilligen um die Differenz auszugleichen. Aber auch das lockt kaum Ware aus Erzeugerhand. Die Aussicht auf ein sehr knappes Angebot veranlasst die Erzeuger auf höhere Preise zu warten. Zwar wird das Rapsangebot in der zweiten Wirtschaftsjahreshälfte durch Ware aus Australien vervollständigt, die ist aber nicht nach unseren Nachhaltigkeitsanforderungen zertifiziert und das Öl daraus darf daher nur in den Lebensmittelbereich.
 
Zur AMI Agrarmarkt Informationsgesellschaft mbH, Bonn:
Die AMI wurde auf Initiative der Wirtschaft am 2. Juni 2009 gegründet. Die Geschäftsfelder umfassen die Bereitstellung neutraler, unabhängiger Marktfakten und Informationen über die nationalen und internationalen Agrarmärkte. Insgesamt werden 15 Märkte in über 70 Marktprodukten analysiert, bewertet und kommentiert. Rund 40 Mitarbeiter arbeiten an den Standorten Bonn (Hauptsitz), Hamburg und Berlin. Geschäftsführer sind Christian Alter und Manfred Rinderer. Weitere Informationen auf www.AMI-informiert.de oder persönlich unter 0228-33 80 5401.

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