


Ölschrote, Ölkuchen, Pflanzenöle
Die breite Palette der Futtermittel aus Deutschen Ölmühlen
Etwa die Hälfte der Ölsaaten, die in Deutschland verarbeitet werden, kommen aus den großen Agrarstaaten Nord- und Südamerikas. Die andere Hälfte kommt aus den Ländern der Europäischen Union. Aber auch das Öl der Ölpalme und Kokosöl aus Asien und Afrika werden in Deutschland verarbeitet und für die Herstellung von Spezialfetten verwendet. Bei den heimischen Ölsaaten hat Raps die mit Abstand größte Bedeutung.
Sojabohnen
Die Sojabohnen sind die weltweit bedeutendste Ölsaat. Sie liegen vor den Ölpalmen und dem Raps an der Spitze aller angebauten Ölsaaten.
Mehr als die Hälfte des weltweit produzierten Pflanzenöls stammen aus der Sojabohne.
Im Jahr 2003 wurden weltweit 201 Mio. t. Sojabohnen geerntet. Die wichtigsten Sojabohnen-Anbau-Länder in der EU sind Italien (2002: 452.000 t) und Frankreich
(2002: 207.000 t). Die österreichischen Sojafelder lieferten 31.000 t (2002). Auch in einigen südosteuropäischen Ländern wie Rumänien, Bulgarien, Ukraine werden Sojabohnen angebaut.
Sojaextrationsschrot
Das Sojaextraktionsschrot ist heute in Deutschland das beliebteste und am meisten
verfütterte Eiweißfutter. Besonders in der Schweinefütterung, in der es auf einen hohen
Fleischansatz bei den Mastschweinen und auf eine hohe Milchleistung bei den Muttersauen ankommt, ist der Einsatz dieses hochwertigen Eiweißfuttermittels unbedingt erforderlich. Das Sojaextraktionsschrot enthält ca. 42– 44 % Rohprotein je kg Futtermittel (88 % TS).
Bei einem Rohproteingehalt von 48 und mehr Prozent spricht man von HP Sojaextraktionsschrot (Hoch-Protein). Beim HP Sojaextraktionsschrot
handelt es sich um Extraktionsschrot von Sojabohnen, deren rohfaserreiche (35 %) und eiweißarme (12 %) Schalen weitgehend entfernt wurden.
Durch verschiedene chemische Verfahren kann der Anteil an pansengeschütztem
Protein erhöht werden. Die Produkte sind unter den Handelsnahmen Bioprofin® S und SoyPass® im Handel.
Sojaöl
Das Sojaöl fällt bei der Extraktion von Sojabohnen an und ist ein reines, hochverdauliches Energiefuttermittel, das zu 99,7% aus reinem Fett besteht. In Schweine- und Geflügelfuttermischungen wird es hauptsächlich zur Staubbindung eingesetzt. Wegen des hohen Anteils ungesättigter Fettsäuren muß der mengenmäßige Einsatz auf max. 1,5% begrenzt werden, damit das Fett des Schlachtkörpers nicht zu weich wird.
Raps
Der Rapsanbau hat in der deutschen Landwirtschaft eine immer größere Bedeutung erlangt. Die Züchtung auf 00-Raps hat den Einsatz in der Wiederkäuerernährung in großen Mengen möglich gemacht; außerdem kann 00-Rapsschrot mit Erfolg auch in der Schweinefütterung eingesetzt werden.
Der Raps ist heute die wichtigste nachwachsende Ölquelle in Deutschland und dabei vielseitig einsetzbar (RME, Schmierfette, etc.).
Rapsextraktionsschrot/ Rapskuchen
Rapsextraktionsschrot fällt bei der Extraktion von Rapsöl an. Der Extraktionsprozess und die daran anschließende Toastung haben einen positiven Einfluss auf die Verfügbarkeit der Nährstoffe, außerdem wird der Glucosinolatgehalt deutlich abgebaut.
Rapsextraktionsschrot wird bevorzugt in der Milchvieh- und Bullenfütterung eingesetzt,
z.T. als alleiniger Eiweißträger. In der Schweinefütterung kann 00-Rapsschrot ebenfalls mit 10–15 % in die Ration aufgenommen werden.
Rapskuchen besitzt im Vergleich zum Rapsschrot einen höheren Fettgehalt (8–20 %).
Aufgrund dieses hohen Fettgehaltes ist sein Einsatz in der Milchviehfütterung begrenzt.
Dies ist andererseits auch ein Grund für den begrenzten Einsatz in der Schweinefütterung.
Hier kommt allerdings dazu, dass der Glucosinolatgehalt höher als im Rapsextraktionsschrot ist. Rapskuchen wird während des Produktionsprozesses nicht getoastet. Werden diese Begrenzungen bei der Rationsplanung berücksichtigt, ist Rapskuchen ein relativ energiereiches Eiweißfuttermittel. Durch verschiedene chemische/physikalische Verfahren kann der Anteil an pansengeschütztem Protein erhöht werden. Pansengeschützter Rapskuchen ist unter der Handelsbezeichnung Rapass®, pansengeschütztes Rapsschrot unter der Bezeichnung Raproplus® im Handel.
Rapsöl
Für Futterzwecke kommt das Rapsöl zur Energieanreicherung einer Mischung und
zur Staubbindung der kleinen Bestandteile zur Anwendung.
Zudem ist das Fettsäurenmuster des Rapsöles sehr günstig für Mastschweine und kann deshalb in höheren Anteilen als Sojaöl eingemischt werden (bis zu 3%).
Lein
Lein dürfte eine der ältesten und interessantesten Kulturpflanzen sein. Der amerikanische Kontinent ist der wichtigste Leinproduzent der Welt. Leinsamen enthält das blausäurehaltige Glykosid Linamarin.
Leinextraktionsschrot/-kuchen
Leinkuchen ist ein eiweißreiches Nebenerzeugnis, welches bei der Ölgewinnung durch das Pressen des Leins anfällt. Leinextraktionsschrot ist ein eiweißreiches Nebenerzeugnis, das bei der Ölgewinnung durch Extraktion der Samen des Leins anfällt. Lein verzeichnet einen sehr hohen Anteil (über 60 %) an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und darf wegen seiner diätetischen Wirkung in keiner Kälbermischung fehlen.
Sonnenblumen
Das Eiweiß der Sonnenblumen zeichnet sich vor allem durch seinen hohen Gehalt an den schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystin aus. Der Gehalt an Lysin ist hingegen um 2% niedriger als der von Sojaschroteiweiß.
Aus diesem Grund wird Sonnenblumenschrot überwiegend in der Milchviehfütterung eingesetzt.
Sonnenblumenextraktionsschrot/-kuchen
Eiweißfuttermittel aus Sonnenblumen, das wegen des Schalenanteils einen hohen Rohfasergehalt hat und daher in erster Linie bei den Wiederkäuern sowie niedertragenden Sauen eingesetzt wird.