Nichts dem Zufall überlassen
Sieben Faktoren beeinflussen die Putenmast
Agr. Ludger Feldhaus von GS agri über die Faktoren, die unmittelbar Einfluss nehmen auf das Wohlbefinden und das Leistungsvermögen der Puten. Im einzelnen stellte er die Faktoren Temperatur, Luft, Futter und Wasser, Stalltechnik, Tiergesundheit, Einstreu und Stress vor. Als positive Antwort auf den Stressfaktor Temperatur nannte er die von Putenmästern auf freiwilliger Basis vereinbarte Maßnahme, zusätzliche Lüfter in den Ställen zu installieren, um die hitzeempfindlichen Puten zu schonen. Hinsichtlich der Luftqualität seien Puten noch empfindlicher als der Mensch, so Feldhaus. Zu hohe Ammoniak- und CO2-Gehalte sowie eine hohe Staubbelastung während des Einstreuens sollten deshalb so weit wie möglich vermieden werden.
Tägliche Zunahmen geben Auskunft
Sowohl Wohlbefinden als auch Leistung der Puten seien in starkem Maße von den Faktoren Futter und Wasser abhängig. Hinzu käme, dass die Futterkosten den mit Abstand größten Faktor in der Rentabilitätsberechnung darstellten. Ein sorgsamer Umgang mit diesem Betriebsmittel käme somit sowohl den Tieren als auch der Ökonomie zugute. Zu einer optimierten Stalltechnik zähle er neben der täglichen Wasserverbrauchskontrolle und einer gesteuerten Klimaregulierung auch die automatische tägliche Zuwachskontrolle. Diese lasse unmittelbare Schlüsse auf den Gesundheits- und Leistungsstand der Tiere zu.
Die Tiergesundheit spiele in der Putenmast eine elementare Rolle. Die regelmäßige Kontrolle der Wirksamkeit von Kokzidiostatika im Futter durch den Tierarzt sowie die Förderung einer positiven Darmbesiedlung mit Milchsäurebakterien sei deshalb ein absolutes Muss. Die Tierbeobachtung (z.B. auf Fußballenveränderungen) sowie eine trockene Einstreu seien weitere wichtige Faktoren, so Feldhaus.
Tiere schonend behandeln
Als siebten und abschließenden Faktor erläuterte der Referent die negativen Auswirkungen, die durch zuviel Stress entstehen können. Stressvermeidung müsse deshalb schon in der Brüterei beginnen. Impfstress gelte es - soweit dies aus tiergesundheitlichen Aspekten möglich sei - ebenso zu vermeiden wie übermäßigen Stress bei allen notwendigen Ein- oder Umstallungsmaßnahmen. In der gesamten Putenhaltung müsse dem schonenden und bedachten Umgang mit den Tieren oberste Priorität eingeräumt werden, so Feldhaus abschließend.
Friederike Krick (agrar-press)