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Markt, Grundlagen-Rinder
20.08.2010

Nachfrage nach Deutschen Holsteins ungebrochen

Im 1. Halbjahr 2010 wurden 42.212 Zuchtrinder der Rasse Deutsche Holsteins in 31 Länder exportiert, was die ungebrochen hohe Nachfrage nach deutschen Zuchtrindern widerspiegelt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einer Steigerung von rund 35 %.

Im Jahr 2008, als die Auswirkungen der Blauzungenkrankheit den Zuchtviehmarkt negativ beeinträchtigten, lag die Zahl der exportierten Holsteinrinder im ersten Halbjahr nur bei ca.24.000 Stück. Die aktuellen Halbjahreszahlen liegen um etwa 7.000 Stück über dem vergleichbaren fünfjährigen Mittelwert der Exportverkäufe.Mit 55,9 % liegt der Drittland-Anteil im 1. Halbjahr 2010 höher als im vergangenen Exportjahr 2009. Eine starke Nachfrage besteht zurzeit aus Marokko und Algerien, wo aufgrund günstiger klimatischer Bedingungen (ausreichende Niederschläge) die übliche ?Sommerpause? ausblieb.

Weitere wichtige Abnehmerländer sind Libanon und Ägypten. In den osteuropäischen Drittlandmärkten ist in Kroatien, Russland und Serbien eine gute Nachfragesituation zu verzeichnen. Im innergemeinschaftlichen Handel, in dem 44,1 % der Zuchtrinder vermarktet wurden, haben die traditionellen Käuferländer Italien und Spanien wieder sehr stark auf deutsche Holsteingenetik zurückgegriffen.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Zahl der von Auktionen ins Ausland verkauften Rinder wider, denn hier sind es insbesondere die Kunden aus Südeuropa, die das Marktgeschehen wesentlich beeinflussen. Betrachtet man innerhalb der EU-27 die Hauptregionen, so wurden in die EU-Süd (Griechenland, Italien, Portugal und Spanien) 25,9 % aller Holsteinrinder exportiert. Die entsprechenden Kennziffern betragen für EU-Ost 9,9 % und EU-Mitte 8,2 %. Die Aussichten für den Export im zweiten Halbjahr 2010 werden wesentlich von der weiteren Entwicklung der Blauzungenkrankheit (BT) beeinflusst. Seit Anfang des Jahres 2010 hat es in Deutschland keinen Blauzungenfall gegeben (Stand: 19.05.2010). Bleibt die BT-Situation in Deutschland stabil, ist im Auslandsgeschäft mit keinen größeren Handelshemmnissen aufgrund der BT zu rechnen.

In vielen Ländern besteht großes Interesse, durch deutsche Holsteingenetik die einheimische Milchproduktion zu erhöhen. In einigen dieser Länder, wie zum Beispiel in Russland und in der Türkei, kann die vorhandene Nachfrage aufgrund von komplexen veterinärmedizinischen Vorgaben leider zurzeit nicht bedient werden. Hier gilt es, durch intensive Verhandlungen bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. Generell ist davon auszugehen, dass sich der positive Verlauf der Exportverkäufe im 2. Halbjahr 2010 fortsetzt. Die Fokussierung auf einzelne Abnehmerländer könnte, auf Grund vielfacher internationaler Anfragen, im Jahresverlauf abnehmen.