
(Foto: agrar-press) Mischrationen können mit Konservierungsmitteln stabilisiert werden
Nacherwärmung von Mischrationen vermeiden!
Höhere Temperaturen und sinkender Vorschub an den Silagemieten führen häufig zu Nacherwärmung von Mischrationen.
Dies führt zu einer schlechteren Futteraufnahme und auch zu Energieverlusten, die bei einer starken Erwärmung (35° bis 50° C) schon erhebliche Ausmaße annehmen können. Als erste Maßnahme ist eine 2x tägliche Futtervorlage zu empfehlen. Wenn dies nicht ausreicht oder aus arbeitswirtschaftlichen Gründen ausscheidet, kann man die Mischration mit Konservierungsmitteln auf Basis organischer Säuren stabilisieren.
Die Propionsäure oder Mischungen von Propionsäure mit anderen organischen Säuren haben sich hierfür als besonders wirksam erwiesen. Je nach Grad der Erwärmung sind 2,5 kg bis 8 kg pro Tonne Mischration erforderlich. Bei hohen Temperaturen ist die Propionsäure sehr flüchtig, d.h. ca. 50 % verdampfen sehr schnell. Die erforderliche Menge ist abhängig von der Außentemperatur und der Nacherwärmung der Silagen. Die Kosten für 1 kg Propionsäure betragen 1,30 €, bei einer Dosierung von 3 kg / t entspricht dies 3,90 € pro t Mischration. Neben den hohen Kosten der Propionsäure sind als weitere Nachteile die Handhabung und bei hohen Dosierungen auch der stark stechende Geruch, der eventuell die Futteraufnahme beeinträchtigt, zu nennen. Die Propionsäure kann bei unsachgemäßem Umgang zu Hautverätzungen etc. führen. Salze der Propionsäure sind auch anwendbar, müssen aber höher dosiert werden, dies führt zu noch höheren Kosten.
Kaliumsorbat ist ein Konservierungsmittel, das diese Nachteile nicht aufweist. Es ist ein Salz der Sorbinsäure, das sowohl im Lebensmittel- als auch Kosmetikbereich als Konservierungsmittel eingesetzt wird. Das Granulat wird in Wasser aufgelöst und mit 400 g pro t der Mischration zugesetzt. Kaliumsorbat hat keine korrosive Wirkung wie die Propionsäure und auch keine Auswirkung auf die Futteraufnahme. Die Kosten für Kaliumsorbat betragen ca. 4,00 € pro kg (dies entspricht 1,60 €/t Mischung) und ist damit eine echte Alternative zur Propionsäure. Einschränkend muss jedoch gesagt werden, dass bei einer starken Erwärmung in den Silagemieten die konservierende Wirkung von Kaliumsorbat nicht mehr ausreicht und dann die Propionsäure unverzichtbar ist.