Für eine erfolgreiche Lämmeraufzucht stellt schon die hohe Milchleistung der Muttertiere zu Beginn der Laktation die Weichen


Betriebsreportage
26.01.2009

Mutterschafe gezielt füttern

Wie können hohe Fruchtbarkeits- und Aufzuchtleistungen erreicht werden?

Ziel der Mutterschafhaltung ist die Erzeugung von Lämmern. Ein hohes Ablamm- und Aufzuchtergebnis ist deshalb für die Wirtschaftlichkeit von entscheidender Bedeutung. Mutterschafe stellen nur für relativ kurze Zeitspannen (Hochträchtigkeit und Säugezeit) erhöhte Ansprüche an die Fütterung und Haltung. Eine Missachtung dieser Ansprüche führt aber zu erheblichen Leistungseinbußen und damit zu verminderter Wirtschaftlichkeit.
Bei entsprechendem Management (saisonale Ablammung, kurze Säugezeiten) können Mutterschafe in den sonstigen Zeiten (Leistungsstadien) extensiv gehalten und gefüttert werden.
Für die Landschaftspflege sollten somit vorzugsweise leere sowie niedertragende Mutterschafe zum Einsatz kommen.
Die marktgerechte Erzeugung von Lammfleisch erfordert ein rasches Wachstum der Lämmer und eine Begrenzung der Mastendgewichte. Somit sind bereits für die Lämmeraufzucht intensive Haltungs- und Fütterungsbedingungen zu favorisieren. Eine hohe Milchleistung der Mutterschafe zu Beginn der Laktation ist somit von entscheidender Bedeutung.

Nach Leistungsstadien füttern
Um hohe Fruchtbarkeits- und Aufzuchtleistungen zu erreichen, muss eine bedarfsgerechte Fütterung realisiert werden.
Hierbei ist zu beachten, dass die Fütterung herdenbezogen erfolgt und nach verschiedenen Leistungsstadien differenziert werden muss. Eine bedarfsgerechte Fütterung innerhalb der Herde ist nur möglich, wenn sich die Tiere im selben Leistungsstadium befinden.
In der Mutterschaffütterung sind die folgenden Leistungsstadien zu unterscheiden.

Deckperiode:
Sie umfasst den Zeitraum 4 Wochen vor bis 4 Wochen nach Beginn der Deckperiode (mind. 5 Wochen = Verlauf von 2 Brunstperioden)

Niedertragende Zeit:
4 Wochen nach dem Beginn der Deckperiode bis 6 Wochen vor dem Beginn des
Ablammens

Hochtragende Zeit:
6 Wochen vor dem Ablammen bis zum Ablammen (Trächtigkeitsdauer 147 +/–
14 Tage; Mehrlinge tendenziell früher)

Säugeperiode (Laktation):
bei konventioneller Lämmeraufzucht:
16 Wochen; bei Frühentwöhnung der Lämmer: 6–8 Wochen

Güstzeit (Erholungsperiode):
nach dem Absetzen bis 4 Wochen vor dem Beginn der Deckperiode.