
MONATSBERICHT: Sojakurse neigen zur Schwäche
Bis Anfang Oktober hinkten die US-Farmer mit ihrer Sojaernte hinter den Ergebnissen der Vorjahre deutlich zurück. Ungünstige Witterung hatte die Aussaat verzögert und die Vegetationsbedingungen waren ebenfalls nicht optimal, so dass insgesamt die Ernte bereits 14 Tage später einsetzte als im Vorjahr.
(Wienke von Schenck) Mit dem guten Wetter Ende September, Anfang Oktober und dem innerbetrieblichen Vorzug vor der Maisernte schafften die Sojafarmer einen Rekord, indem sie in der 41. Kalenderwoche allein 5,4 Mio. ha Soja ernteten und damit bis zum 16.10. 69 % der Anbaufläche geräumt hatten. Im langjährigen Mittel waren bis dahin 61 % geschafft worden. Die sehr flotte Ernte und die durchweg positiven Ertragsmeldungen öffnen an der Terminbörse den Kursspielraum nach unten. Und das, obwohl die Erzeuger derzeit nicht an Vermarktung der Ernte denken. Schuld daran ist die gerade jüngst wieder bestätigte knappe Versorgungslage für 2011/12. Das US-Landwirtschaftsministerium geht im Oktoberbericht von einem Abbau der Bestände zum Jahresende auf 4,4 Mio. t aus. 1,5 Mio. t weniger als im Vorjahr und erneut unter Vormonatsschätzung. Ausschlaggebend war die Korrektur der US-Sojaernteschätzung 2011 um 600.000 t auf nun 83,3 Mio. t. Die Kurse an der Terminbörse in Chicago reagierten auf die neuen, negativen Prognosen mit einem kräftigen Kursauftrieb um 7 % an nur einem Tag. Der Fronttermin erreichte Mitte Oktober einen Stand von umgerechnet 338 EUR/t und damit ein 3-Wochen-Hoch. Diese Gewinne mussten in den vergangenen Tagen allerdings zu einem Großteil wieder abgegeben werden. Zum einen liquidieren Anleger ihre Engagements vor dem Hintergrund sehr unsicherer Wirtschaftsprognosen und schwelender Währungskrisen und nehmen die Gewinne mit, zum anderen zeigt die US-Ernte ebenfalls preisdrückende Wirkung. Damit nähern sich die Notierungen wieder dem Niveau des Vorjahres spürbar an. Während Mitte August der Abstand noch rund 60 EUR/t betrug, waren es Mitte/Ende Oktober nur noch 4 EUR/t. Damals setzte Anfang September der scharfe Kursanstieg ein, der im Januar 2011 in der Spitze von umgerechnet knapp 400 EUR/t endete.