Mein Pferd leidet an PSSM
Besonders beim Quarter Horse, quarterblutführenden Rassen, wie Paints und Appaloosa, selten auch beim Warmblut und Haflinger, kommt es in der Muskulatur zur krankhaften Anreicherung von Glykogen und abnormen Polysaccharid-Komplexen.
Es handelt sich hierbei um Polysaccharid Speicher Myopathie (PSSM). Polysaccharide sind Mehrfachzucker, in diesem Fall werden sie in den Muskelzellen gespeichert, es bilden sich Einschlüsse.
Die Insulinsensitivität ist bei den betroffenen Pferden stark erhöht. Glycogen wird in den Muskelzellen schnell aufgebaut, es findet aber auch ein schneller Abbau statt.
Das Krankheitsbild zeigt vielfältige Symptome wie
- symmetrischer Abbau der Muskulatur speziell am Rumpf, an der Schulter und Oberlinie
- Schwäche der Hinterhand
- Zittern, oft nach der Arbeit
- Schwierigkeiten oder Widersetzlichkeiten beim Rückwärtsrichten
- Kolik-ähnliche Symptome, besonders nach der Arbeit
- typische Kreuzverschlagsymptome bis hin zum Festliegen
Es entstehen massive Muskelschädigungen, die zur Abgabe von Myoglobin (roter Muskelfarbstoff) ins Blut führen. Hierdurch kann sich der Urin dunkel rot-braun färben.
Eine genaue Diagnose ist nur über eine histologische Untersuchung zu stellen. Eine Blutanalyse kann nur einen Hinweis auf die Krankheit geben. Deutlich erhöhte Werte der Enzyme CK (Creatinkinase) und ASAT (Aspartataminotransferase) im Serum über eine längeren Zeitraum sprechen für PSSM.
Aus Sicht der Fütterung muss folgendes beachtet werden:
- reichlich Grundfutter, ideal wäre Weidegang
- übliches Getreide und Mischfutter sowie melasse- oder zuckerhaltige Futtermittel dürfen nicht eingesetzt werden
- Energieträger müssen ersetzt werden z.B. durch unmelassierte Trockenschnitzel, Pflanzenöle oder Reiskleie bzw. Reisfuttermehl.
- immer fettreich füttern auch bei Erhaltungsbedarf
In einem Fütterungsversuch zeigte sich, dass vor allem Reiskleie und Reisfuttermehl schlecht gefressen wurden und somit eine Eigenmischung kaum herzustellen ist. Für den Versuch wurde ein Mischfutter hergestellt, das den Anforderungen der erkrankten Tiere gerecht wurde und schmackhaft war. Die Auswertung der Blutanalysen ergab einen deutlichen Einfluss der Fütterung auf die CK-, Glukose- und Insulinkonzentration. Es kann somit diese Mischung für PSSM erkrankte Pferde bzw. zur prophylaktischen Ernährung empfänglicher Rassen empfohlen werden.
Zusätzlich muss täglich eine geringe Bewegungsaktivität ermöglicht werden, z.B. Weidegang, führen der Pferde oder leichte Arbeit, wenn die Erkrankung es zulässt.