(Foto: agrar-press)


Markt
27.12.2011

Maissilage: Unterschiedliche Qualität

Die Qualität der Maissilage scheint in diesem Jahr nicht überall Spitzenwerte zu erreichen. Der Mais konnte das durchweg sehr trockene Frühjahr dank der Regenperiode im Sommer gut kompensieren. Es gab viel Masse, mancherorts blieb die Ausbildung der Kolben jedoch hinter den Erwartungen zurück. Das wiederum wirkt sich nun auf die Qualität der Maissilage aus. Wie das Deutsche Maiskomitee e.V. (DMK) berichtet, schätzt man die Qualität der Maissilage in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern als eher durchschnittlich ein, während man beispielsweise in Nordrhein-Westfalen nach ersten Auswertungen von einer guten Silage spricht.

Diese Einschätzung spiegelt sich in den Energiegehalten wider. Der Zielwert von mehr als 6,5 MJ NEL wird nach den bisherigen Auswertungen der LUFA Nord-West in Niedersachsen (6,8 MJ NEL), der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (6,8 MJ NEL) und des LKV-Labors Grub in Bayern (6,7 MJ NEL) übertroffen. In Nordrhein-Westfalen und in Bayern liegen die Werte sogar leicht über den Ergebnissen des Vorjahres. Solche Werte erreichen viele Landwirte in Schleswig-Holstein, insbesondere auf dem Geestrücken, nicht. Da der Mais in vielen Landesteilen reichlich Masse gebildet hat und durch die extremen Niederschlagsmengen die Kornausbildung behindert wurde, liegt der Wert in Schleswig-Holstein wie auch in Mecklenburg-Vorpommern mit 6,5 MJ NEL deutlich niedriger als im Vorjahr.

Dieses ungünstigere Verhältnis von Kolben und Restpflanze bestätigt sich beim Trockenmassegehalt von 33,9 % in Schleswig-Holstein. In den anderen Regionen klettern die Trockenmassegehalte knapp über 35 %. Der Trockenmassegehalt einer Maissilage wird im Wesentlichen durch den Anteil der Körner sowie deren Ausreife und den Abreifegrad der Restpflanze beeinflusst. Je höher der Kornanteil und je ausgereifter die Körner, umso höher ist der Trockenmasse- und auch der Energiegehalt der Silage bei vergleichbarem Massenwachstum. Der Zielbereich liegt zwischen 28-35 %.

Deutliche Unterschiede treten auch beim Stärke- und Rohfasergehalt auf. In Schleswig-Holstein liegen der Rohfasergehalt mit 19,8 % hoch und der Stärkegehalt mit 31,4 % im mittleren Bereich. Auch bei der Untersuchungen der LUFA Nord-West wurde ein niedriger Stärkegehalt von 29,8 % und einem Rohfasergehalt von 19,6 % festgestellt. Im Gegensatz dazu spricht man in Nordrhein-Westfalen von einem hohen Stärkegehalt von über 36 % und niedrigeren Rohfaserwerten von unter 17 %.

Angesichts dieser Schwankungsbreiten empfiehlt das DMK dringend, betriebseigene Analysen der Silage vorzunehmen, um die Ration für die Tiere optimal gestalten zu können.