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Futtermittel, Sonstige Eiweißfuttermittel
26.10.2009

Leinextraktionsschrot in der Fütterung landwirtschaftlicher Nutztiere!

Leinextraktionsschrot ist ein eiweißreiches Nebenerzeugnis, welches bei der Ölgewinnung durch das Pressen des Leins anfällt.

Leinextraktionschrot ist ein eiweißreiches Nebenerzeugnis, welches bei der Ölgewinnung durch Extraktion der Samen des Leins anfällt.

Mit über 7 MJNEL je kg TS und über 35 % Rohprotein sind Leinschrote hochwertige Energie- und Eiweißträger, die sich hervorragend in die Mischungen für die Nutztiere einbauen lassen.
Im Vergleich zum Raps oder zu den Sonnenblumen zeichnet sich Lein durch einen sehr hohen Anteil (über 60%) an mehrfach ungesättigten Fettsäuren aus.
Daneben besitzt Lein Schleimstoffe, die zusammen mit den Fettsäuren den erfolgreichen Einsatz im Kälberaufzuchtfutter begründen.

Der Einsatz von Leinschrot  in der Kälberfütterung führt zur Verbesserung der Energie- und Eiweißversorgung und hat zudem positive Effekte auf die Immunstabilität und die Verdauung.
Das Blut der Tiere wird besser entgiftet und enthält dadurch mehr Sauerstoff.

Außer den Nährstoffen enthalten die Leinsamen das blausäurehaltige Glykosid Linamarin.
Aus diesem Grund sind die Gehalte an Blausäure futtermittelrechtlich für Leinschrote auf 350 mg je kg Futter (88%TS) festgelegt.
Diese Werte werden bei frischen Produkten immer unterschritten.

Sobald die Leinprodukte den Labmagen des Kalbes erreicht haben, wird das Enzym zur Blausäurebildung (Linamarase) durch das saure Milieu zerstört und damit wirkungslos.

Eine Feinvermahlung und anschließende Weiterverarbeitung von Leinschrot unter Zusatz von Wasser führt zur Beschleunigung der Blausäurebildung.
Dieses Problem ist bei der Weiterverarbeitung von Leinprodukten unbedingt zu berücksichtigen.

Wird der Leinkuchen oder das Leinschrot jedoch in feuchten Räumen über einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten gelagert, kann es unter dem Einfluss von Fermenten zur Spaltung des Glykosids Linamarin in Glucose, Aceton und Blausäure kommen.

Die dabei entstehenden höheren Dosen an Blausäure im Futter können dann zu Problemen bei den Tieren bzw. im schlimmsten Fall auch zu gesundheitlichen Schäden der Tiere führen.

Eine trockene Lagerung von Leinschrot ist zur sicheren Erhaltung der Qualität dringend notwendig.

Einsatz in der Kälberfütterung
Die Mischungen für Aufzuchtkälber können Sie am Ende des Artikels downloaden, sie zeigen mögliche Einsatzbereiche der Leinprodukte in der Kälberaufzucht.

Neue Untersuchungen zeigen auch den positiven Einsatz von Leinextraktionsschrot im Milchaustauscherfuttermittel, wobei hier die diätetische Wirkung besonders herausgestellt wurde.

Einsatz in der Ferkelaufzucht
Versuche über den Einsatz von Leinschrot in der Ferkelaufzucht führten zu gleichen Leistungen in der Versuchsgruppe gegenüber der Kontrollgruppe, wobei der Anteil an Leinschrot in den Ferkelmischungen auf 10 % begrenzt sein sollte.

Einsatz von Leinschrot bei Sauen
Gut bewährt hat sich der Einsatz von extrudiertem Leinschrot auf die Kotzusammensetzung. Einsatzmengen von 2 x 500 g beginnend 1 Woche vor dem Abferkeln und bis eine Woche nach dem Abferkeln erleichtert die Geburt und bringt höhere Milchleistungen, da die Ferkel nach der Geburt einfach fitter sind.

Zusammenfassung

Die anfallenden eiweiß- und energiereichen Produkte, die bei der Ölgewinnung aus dem Lein entstehen, eignen sich hervorragend für den Einsatz in der Jungtierfütterung. Die positive Wirkung auf die Verdauung und Gesundheit der Tiere wird immer wieder hervorgehoben.
Entscheidend für den erfolgreichen Einsatz ist jedoch die Erhaltung der Qualität der Produkte durch eine sachgemäße trockene Lagerung.