13.11.2003

Lämmerverluste verringern: Qualität des Kolostrums beeinflussen

Hauptursachen für Lämmerverluste in den ersten Lebenstagen sind ein zu geringes Geburtsgewicht meist verbunden mit Immunschwäche und vermindertem Saugtrieb, ungenügende Kolostrumaufnahme und niedriger Immunglobulingehalt des Kolostrums.

In der "Tierärztlichen Umschau" wurden in einem Übersichtsreferat aus dem Veterinär-Physiologischen Institut der Universität Leipzig Möglichkeiten zur Senkung der Lämmersterblichkeit aufgezeigt. Dafür ausschlaggebend ist eine ausreichende Nähr- und Wirkstoffversorgung der Muttertiere. Das Futter während der letzten sechs Wochen vor der Geburt sollte mindestens 16 Prozent Rohprotein, 17 Megajoule umsetzbare Energie je kg, 16 Prozent Stärke und maximal 6 Prozent Fett enthalten. Schafe mit hoher Rohproteinversorgung (115% des Bedarfs) bildeten reichlich hochwertiges Kolostrum und wiesen das beste Lämmerwachstum auf. Die Versorgung mit Vitaminen A, D, E sowie mit Phosphat und Selen ist besonders während der Winterfütterung zu beachten. Vitamin A, Vitamin E sowie Selen können über Ergänzungsfutter oder per Injektion verabreicht werden. Insbesondere Mangel an Vitamin E und Selen hemmen das Wachstum von Plazenta und Feten, was zu Entwicklungsstörungen (Muskeldystrophie) und ungenügender Immunität der Lämmer führt. Obgleich Menge und Immunglobulingehalt (Ig) des Kolostrums durch die Anzahl der sich entwickelnden Feten gesteuert werden, kommt ungenügende Kolostrumaufnahme bei Drillingslämmern häufiger als bei Einzellämmern vor. Ausreichend fettreiches Kolostrum ist für das Lamm für seine Wärmebildung lebenswichtig. Die Ig-Resorption der Lämmer ist in den ersten zehn Lebensstunden am höchsten; 400 ml Kolostrum in den ersten sechs Lebensstunden liefert einen gerade ausreichend hohen Ig-Gehalt im Blutplasma, günstiger erwiesen sich 700 ml innerhalb der ersten 12 Stunden. Schutzimpfungen der Mütter erhöhten den jeweiligen Antikörperanteil im Kolostrum. Bei fehlender Milchsekretion kann Kolostrum von anderen Schafen oder tiefgefrorenes Kolostrum (bei -18 °C über 12 Monate haltbar) gefüttert werden, danach handelsüblicher Milchersatz.

Quelle: Pressemitteilung AID