Der Markt verlangt fleischige Schlachtkörper mit leichter Fettabdeckung

Auf dieser Weide sind hohe Leistungen möglich


Betriebsreportage
20.07.2004

Lämmermast mit unterschiedlichen Kraftfutterkonzepten und deren Wirkung auf die Mast- und Schlachtleistung im Rahmen der „Arbeitsteiligen Lämmermast“

An der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Viehhaltung und Grünlandwirtschaft Aulendorf wurde ein Versuch mit Lämmern aus dem Programm „Arbeitsteilige Lammfleischproduktion“ durchgeführt. Einige Ergebnisse des Versuches wollen wir Ihnen vorstellen.

Die Mast wurde auf Stroh in 4 Gruppen mit je 10 Bocklämmern durchgeführt. Die Lämmer stammten alle aus einem Landschaftspflegebetrieb. Es handelte sich um 13 Merino-Lämmer, 17 Merino x Charolais-Lämmer und 10 Merino x Schwarzkopf-Lämmer. Die Lämmer wurden gleichmäßig auf die verschiedenen Versuchsvarianten verteilt. Bei der Mast handelte es sich um eine Kraftfuttermast, die mit zunächst 100 Gramm, ab dem 58sten Masttag mit 200 Gramm Heu ergänzt wurde.

Es kamen folgende Kraftfutter zum Einsatz:

1. Lämmermischfutter der Cremer Futtermühlen
2. Lämmermischfutter der Fetzermühle Sontheim/Brenz
3. Eigenmischung auf der Basis Getreide und Sojaextraktionsschrot
4. Eigenmischung auf der Basis Getreide und regionaler Eiweißkomponente (Erbsen)

Die Eigenmischungen wurden nach folgender Rezeptur zusammengestellt:

Tabelle 1: Zusammensetzung der Eigenmischungen

Die Nährstoffgehalte der Mischungen sind in Tabelle 2 zusammengefasst. Die Getreide-Erbsen-Mischung hatte den höchsten Energiegehalt und den niedrigsten Rohproteingehalt.

Tabelle 2: Nährstoffgehalte der Mischungen

Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen (Tabelle 3):
Die mit Eigenmischungen gefütterten Lämmer hatten die höchste Mastleistung. Die Unterschiede waren teilweise signifikant. Die höchste Mastleistung hatten die Lämmer mit Getreide-Soja-Mischung, gefolgt von Getreide-Erbsen-Mischung, Mischfutter Fetzer und Mischfutter Club.

Tabelle 3: Mastleistung

Bei der EUROP-Klassifizierung gab es keine signifikanten Unterschiede in der Fleischigkeit. Dies gilt auch für die Beurteilung der Keulen und der Rückenmuskelfläche obwohl es Unterschiede bis zu 7 % gab. Der Rücken und die Schultern wurden bei den Lämmern mit Eigenmischungen besser benotet.

Tabelle 4: Ergebnisse des Schlachtversuchs

Bei der Verfettung verhielt es sich umgekehrt. Die Lämmer mit Eigenmischung waren fetter als die Lämmer, die mit industriell gefertigtem Futter gefüttert wurden. Die Lämmer mit der Getreide-Erbsen-Mischung hatten signifikant höhere Nierfettgewichte. Die Rückenfettdicke war bei den Lämmern mit Erbsenmischung signifikant höher als bei Lämmern mit industriell gefertigtem Futter. Die Ursache für die höhere Verfettung dürfte in dem höheren Energiegehalt und dem niedrigeren Proteingehalt und dem daraus resultierenden niedrigeren Protein/Energie-Verhältnis liegen.

Fazit
Die Erfahrungen im Versuchsverlauf zeigten, dass bei energiereichen Kraftfuttern die Zufütterung von 200 Gramm Heu pro Tag zu empfehlen ist, um die Vormagenverdauung zu optimieren.

Mit Eigenmischungen lassen sich hohe Leistungen und günstige Futterkosten pro kg Zuwachs erreichen.

Bei hohem Zuwachs in der Endmastphase ist mit stärkerer Verfettung zu rechnen.
Die Verfettung war bei hoher Energie- und geringer Proteinversorgung am stärksten.

Futtermischungen mit geringerem Energiegehalt könnten bei Lämmern in der Endmastphase eventuell die Verfettung verhindern.

Aus den Ergebnissen lässt sich ableiten, dass bei hohem Leistungsniveau über Phasenfütterung diskutiert werden sollte.