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Abbildung 2: Dieser Schlachtkörper hatte die erwünschte gleichmäßige nicht zu starke Fettabdeckung mit einem idealen Kotelettanschnitt. Muskelfläche 14,7 cm², Fettdicke
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Lämmermast mit reduziertem Kraftfuttereinsatz auf der Basis von Grassilage und Kleegrassilage
Steigende Kraftfutterkosten können die Gewinnmarge in der Lämmermast erheblich schmälern. In einem Versuch mit 63 Lämmern sollte geprüft werden, ob durch Halbierung der Kraftfuttermengen und den Einsatz von Grassilagen unterschiedlicher Qualität die Wirtschaftlichkeit verbessert werden kann.
In der Tabelle 1 wird das Fütterungskonzept des Versuches beschrieben. Dabei wird eine Kraftfutterbetonte Mast (K) verglichen mit zwei Verfahren auf der Basis Kleegrassilage (V1) und Grassilage (V2) in Kombination mit nur 50 % der Kraftfuttermenge von der Gruppe 1 (K).
Die Energiegehalte der Rationen lagen bei 12,0 (K), 9,9 (V1) und 9,3 (V2) MJ ME je kg TM. Die Rohproteingehalte waren 19,9 % (K), 16,5 % (V1) und 14,6 % (V2) je kg TM.
Die Tabelle 2 zeigt die Ergebnisse der tatsächlichen Futterverzehrsmessungen Der Kraftfutterverzehr betrug bei der Kontrollgruppe 118,1 kg FM, bei der Verfütterung von 42,3 kg TS Kleegrassilage reduzierte sich der Kraftfutterverbrauch auf 73,4 kg FM und bei der Verfütterung von 51,8 kg TM Grassilage auf 76.1 kg FM. Der Verzehr von Kleegrassilage, lag mit 42,3 kg deutlich unter dem Verzehr von Grassilage (51,8 kg TM), obwohl der Energie- und Rohproteingehalt gegenüber der Grassilage höher war.
In Abbildung 1 ist die tägliche Kraftfutteraufnahme im Verlauf der Mast dargestellt.
Obwohl in der Kombimast die tägliche Kraftfutterzuteilung im Vergleich zur Kontrolle halbiert wurde, lag der Verzehr infolge der längeren Mastdauer der beiden Versuchsvarianten tatsächlich bei 62 bzw. 64 % der Menge der Kontrollgruppe.
In Tabelle 3 sind die Mastleistungsergebnisse dargestellt Die Kraftfuttermast hat mit 315 g Tageszunahmen und 74,4 Masttagen die beste Mastleistung. An zweiter Stelle folgt die Kombimast mit Grassilage mit 296 g/Tag und 81 Tagen Mastdauer, an dritter Stelle die Kombimast mit 277 g/Tag und 89 Tagen Mastdauer.
Auf der Basis der Versuchsergebnisse können die Kosten von Fütterungskonzepten mit Silagen unterschiedlicher Qualität und unterschiedlicher Kosten/dt kalkuliert werden. Diese Ergebnisse sind in der Tabelle 4 dargestellt. Es zeigt sich, dass in Abhängigkeit von den Grobfutterkosten und Kraftfutterkosten bis 6 Euro pro Lamm an Futterkosten eingespart werden können. Wegen der höheren Erträge und der höheren Prämien aus Zahlungsansprüchen ist die Kleegrassilage günstiger. Bei Kraftfutterkosten von 20 €/dt, Vollkosten für Kleegrassilage von 18,6 € /dt TM und für Grassilage von 19,8 €/dt TM betragen die Futterkosten bei der Intensivmast mit Kraftfutter 25,5 € ,bei der Kombimast mit Kleegrassilage 22,5 € und bei der Kombimast mit Grassilage 31,6 €. Je niedriger die Kraftfutterpreise sind, um so geringer sind die Unterschiede in den Futterkosten zwischen den hier untersuchten Verfahren.
Unter Berücksichtigung des Zuwachses während der Mast ergeben sich folgende Kosten pro kg Zuwachs:
Kontrolle (Kraftfutter): 1,01 €/kg
V1 (KF+ Kleegrassilage): 0,92 €/kg
V2 (KF + Grassilage): 1,08 €/kg .
Die Schlachtausbeute war bei den Lämmern der Kontrollgruppe mit 47,6 % um 2 bis 3 % höher als im Vergleich zu den Lämmern der Kombimast. Die mittlere Fleischigkeitsklasse nach dem EUROP-System lag zwischen U und R. In Abhängigkeit von der Fütterung gab es keine nennenswerten Differenzen. Anders verhält es sich mit der Fettklasse. Die ausschließlich mit Kraftfutter gefütterten Lämmer waren fetter als die Lämmer aus der Kombimast. Der Unterschied betrug im Schnitt 0,3 Punkte. Dieser Sachverhalt wird neben der subjektiven Beurteilung auch durch die höhere Rückenfettdicke bei den Lämmern aus der Kraftfuttermast bestätigt. Das Rückenfett war bei der Gruppe V1 um 0,7 mm, bei der Gruppe V2 um 0,8 mm niedriger als bei der Kontrollgruppe.
Fazit
Die Reduzierung der Kraftfuttermenge und Substitution durch Kleegrassilage oder Grassilage hat folgende Auswirkungen:
- Die Tageszunahmen sinken ausgehend von 315 Gramm um 20 bis 40 Gramm pro Tag.
- Die Mastdauer steigt von 75 Tagen auf 82 bis 90 Tage an.
- Der Kraftfutterverzehr geht von 118 kg auf ca. 75 kg zurück. Dafür werden 42 bis 52 kg Trockenmasse an Silagen verzehrt.
- Die Futterkosten unter Vollkostenbedingungen verändern sich von 1,01 €/kg Zuwachs auf 0,92 bis 1,08 €/kg Zuwachs. Mit Kleegrassilage war die Wirtschaftlichkeit besser.
Eine Kombimast mit Silagen und Kraftfutter ist unter den angegebenen Preisbedingungen (20 €/dt Kraftfutter) kaum wirtschaftlicher als die intensive Kraftfuttermast. Bei Kraftfutterpreisen von 28 €/dt wie im Jahr 2007 ist die Kombimast dagegen wirtschaftlicher.
Der Versuch wurde in Zusammenarbeit mit der Lammfleischerzeugergemeinschaft Baden-Württemberg, der Viehzentrale Südwest GmbH und der Prüfstation für Schafe beim HuL Marbach durchgeführt.