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Kraftfutter bei Weidegang begrenzen
Weidegang in Milchviehbetrieben ist dort, wo er möglich ist, nach wie vor ein kostengünstiges Fütterungssystem und ein artgerechtes Haltungssystem. Der zeitliche Umfang des Grasens variiert zwischen den Betrieben stark.
Nach den bisher vorliegenden Erfahrungen können in Abhängigkeit von der Leistung folgende Empfehlungen gegeben werden:
- bis 7.000 kg Milch: Ganztagsweide
- zwischen 7.000 kg bis 9.000 kg Milch: Zufütterung von rund 4 kg Grobfuttertrockenmasse (Halbtagsweide)
- über 9.000 kg Milch: nur noch stundenweise Weidegang
Weidegang liefert preiswertes Futter mit hoher Energiedichte. Aufgrund des hohen Proteingehaltes im Gras müssen Futter mit einer negativen ruminalen Stickstoffbilanz (RNB) als Ausgleich eingesetzt werden. Einen Überblick über mögliche Futter enthält die folgende Tabelle:
Futter mit negativer RNB zum Ausgleich beim Weidegang
Futtermittel | RNB (g N/ kg TM) |
Maissilage | -6 bis -10 |
CCM/Körnermais | -9 |
Melasseschnitzel | -6 bis -8 |
Aufgrund des hohen Energiegehaltes wird Gras in großen Mengen gefressen, so dass bei guten Bedingungen bis zu 20 kg Milch aus der Grasaufnahme produziert werden können. Allerdings unterliegt Gras auch einer sehr hohen Verdrängung durch Kraftfutter, wodurch das Milchbildungsvermögen von Grasrationen schneller begrenzt wird als bei Winterrationen.
Aufgrund vieler Versuche, beispielsweise in Haus Riswick, wird empfohlen, die maximale Kraftfuttergabe bei Weidegang für Kühe auf 8 kg und 6 kg bei Färsen zu begrenzen. Bei Halbtagsweide und Zufütterung im Stall können die Gaben um 2 kg erhöht werden. Höhere Kraftfuttergaben führen zu einer großen Grobfutter-verdrängung, aus der keine zusätzliche Futteraufnahme resultiert.
Bezüglich der Umstellung auf Weidefütterung gelten die bekannten Regeln:
- zunächst nur stundenweise beweiden,
- Strukturversorgung (Heu/Stroh) sicherstellen,
- Weidetetanie durch höhere Mg-Gaben vorbeugen.
Bei Beachtung der aufgeführten Besonderheiten kann Weidegang nach wie vor erfolgreich praktiziert werden.