Kälberaufzucht mit System – Tränkeperiode
Seit vielen Jahren wird im Landwirtschaftszentrum Haus Riswick beim Tränkesystem aufgrund der Wirtschaftlichkeit und der frühen Futteraufnahme auf einen möglichst geringen Einsatz von Milchaustauscher geachtet.
So werden hier bei 8 Wochen Tränkedauer und 110 bzw. 120 g MAT/ l nur knapp 30 kg MAT/ Kalb eingesetzt. Die erzielten Tageszunahmen sprechen für dieses System, das hier allerdings auch unter optimalen Bedingungen (Stallklima, Stallhygiene, Tiergesundheit) durchgeführt werden kann.
Eine weitere mögliche Tränkevariante ist die der intensiven Nährstoffzufuhr schon in der frühen Tränkephase, d.h. in den ersten 5 Lebenswochen. Dieses System geht davon aus, dass laut den Bedarfsnormen der Gesellschaft für Ernährung ein Kalb mit 50 kg LG einen Energie- und Proteinbedarf von umgerechnet 6 l Vollmilch bzw. 6 l MAT-Milch/ Tag mit 160 g MAT/ l hat. Zuschläge für erhöhten Stoffwechsel kommen im Winter noch hinzu.
Der Tränkeplan hierzu kann, wie z.B. im LVZ Futterkamp praktiziert, dann wie folgt aussehen:
1. Woche 5 Liter Biestmilch / Tag
2. bis 5. Woche 6 Liter MAT mit 160 g/l bzw 6 Liter Vollmilch
5. bis 10 Woche Abtränken von 6 auf 0 Liter oder absetzen mit 2 Litern bei Problemen mit Saugerkälbern
Die Tageszunahmen in diesem Tränkesystem liegen mit ca. 800 g/ Tier und Tag in Futterkamp bis zu einem Alter von 150 Tagen auf einem vergleichbaren Niveau wie in Haus Riswick. Versuche zu diesen beiden Tränkeverfahren im Vergleich laufen im Frühjahr 2010 auf Haus Riswick an.
Entscheidend bei der Wahl des Tränkeplanes sind in jedem Fall die realisierten Tageszunahmen. Aktuellere Versuche deuten darauf hin, dass, je höher der Zuwachs an Körpermasse in den ersten Lebenswochen ist, desto höher ist auch die TS-Aufnahme nachfolgend und zwar sowohl während der Haupttränkephase als nach dem Absetzen! Mit dem zügigen Wachstum in der frühen Tränkephase ging in den Versuchen auch eine positive Beeinflussung der Tiergesundheit (Durchfallfrequenz) mit einher.
Um die konsequente Einhaltung des Tränkeplanes zu gewährleisten, kommt man bei der Eimertränke in der Regel um eine Kennzeichnung der Kälber, z.B. mit Geburtsdatum auf der Ohrmarke (LOM), nicht herum.
Die Wahl des Milchaustauschers sollte die ersten 5 Wochen auf einen MAT ohne pflanzliche Proteinquellen fallen, da das Kalb in dieser Zeit noch nicht in der Lage ist, das für die Spaltung von pflanzlichem Eiweiß benötigte Enzym Pepsin selbst zu bilden. Eine Verringerung der Verwertbarkeit des MAT ist die Folge, sodaß die gefütterte Energie nur zum Teil in das Wachstum des Kalbes investiert werden kann.




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