
Grundlagen-Rinder
19.06.2009
Kälberaufzucht an Ammenkühen
Die Kälberaufzucht an Ammenkühen passt nur in ganz spezielle Betriebe. Eine extensive und kostengünstige Grundfutterbasis kann bei geringem Arbeitsaufwand eine zusätzliche Einkommensquelle für die Betriebe bedeuten!
Welche Punkte sprechen dafür?
- Die biologische Wertigkeit der Vollmilch ist für die Kälber sehr gut!
- Die Milch der Ammenkuh hat immer eine optimale Tränketemperatur!
- Es entstehen keine Hygieneprobleme durch unsaubere Tränkegefäße!
- Völlige Befriedigung der Kälber durch das Ausleben des Saugreflexes!
- Gute Ausbildung der Schlundrinne!
- Einsparung von Arbeitszeit, wenn ein zügiges Anlernen gelingt!
- Keine aufwendige und teure Technik!
Fazit:
Gesunde, vitale und frohwüchsige Kälber, die hervorragend als Fresser in die Mast eingegliedert werden können!
Welche Punkte sprechen dagegen?
- Die hohe Milchmenge der Kühe muss für 2 Kälber genutzt werden - Anlernproblematik!
- Ein Kalb benötigt ca. 900 kg Milch. Bei 0,21 € je kg Milch sind das 189 € je Kalb!
- Keine exakte Kontrolle über die täglich aufgenommene Milchmenge!
- Benachteiligung kleiner Kälber bei stark unterschiedlichen Gruppen in der Herde!
- Erziehung der Kühe zu Ammenkühen - Arbeitsaufwand?
- Tierbeobachtung stellt höhere Anforderungen an das Betreuungspersonal!
- Ranghohe Kälber saufen mehrere Kühe leer!
Fazit:
Nur für Betriebe geeignet, die Ammenkälber als Nischenerzeugnis gut verkaufen können und den Zeitaufwand nicht rechnen.