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Markt
15.03.2010

Jedes 15. Schwein aus Deutschland lebend exportiert

Der Export von lebenden Schweinen hat sich in den vergangenen drei Jahren sehr dynamisch entwickelt. Wie die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN) mitteilte, konnten im vergangenen Jahr die deutschen Lebendexporte von Schweinen um merh als 30% ausgebaut werden. Mittlerweile wird nach Angaben des Verbandes jedes 15. Schwein aus Deutschland lebend exportiert.

Export von lebenden Schlachtschweinen
Nach Osteuropa und Russland haben sich die Lebendexporte in den letzten zwei Jahren nahezu verdoppelt. In die „alte EU“ dagegen sind sie rückläufig. Die EU-Osterweiterung hatte den deutschen Viehhändlern die Möglichkeit geschaffen, sich neue Märkte zu erschließen. Genutzt haben sie die neuen Absatzmöglichkeiten vor allem in Polen. In das Land sind mit rund 500.000 Schweine mehr als dreimal soviele Tiere exportiert worden wie 2008. Russland erreichten 210.000, Ungarn und Tschechien 110.000 Schweine. Österreich bleibt zwar nach wie  vor mit 460.000 Tieren ein wichtiger Absatzmarkt für deutsche Schlachtschweine, wird aber zunehmend von den osteuropäischen Märkten abgelöst. Das Land musste ein Minus von rund 20 Prozent hinnehmen.

Exporte von lebenden Ferkeln
Im vergangenen Jahr konnten auch die Ferkelausfuhren insgesamt gesteigert werden und zwar um rund ein Drittel. Die wichtigsten Exportländer waren Rumänien  mit 335.000 Ferkel sowie Kroatien und Ungarn mit 300.000 beziehungsweise 170.000 Tieren. Die Exporte nach Österreich und Italien spielten zwar in den vergangenen Jahren eine wichtige Rolle, sind aber in Relation zum starken Wachstum der osteuropäischen Länder rückläufig. Relativ gesehen, haben die Exporte in die Ukraine den größten Wachstumssprung hingelegt, erklärte die ISN. Dass bereits 77 Prozent der deutschen Ferkelexporte nach Südosteuropa ausgeführt werden, führt der Verband darauf zurück, dass die ursprünglichen Märkte für süddeutsche Ferkel in Nordwestdeutschland zunehmend aus den Niederlanden und Dänemark bedient werden. Die Viehhändler hätten sich damit neuen südlicheren Absatzmärkten zugewandt.

Exporte von Zuchtvieh Der Export von Zuchtschweinen spielt im Vergleich zur Lebendausfuhr von Ferkeln und Schlachtschweinen eine eher untergeordnete Rolle. Die 35.000 exportierten Tiere entsprechen einem Prozent des Gesamtlebendexportes.

Der Markt für Lebendexporte hatten sich in den vergangenen zwei Jahren zu einem Nischenmarkt mit guten Erlösen entwickelt. Die Aussichten für den Lebendexport von Schlachtschweinen sind ungewiss, aber nicht hoffnungslos. Der starke Bestandsabbau in Osteuropa eröffnet weitere Chancen. Auch die ursprünglichen Märkte Österreich und Italien könnten nach Ansicht der ISN wieder stärker in den Fokus gerückt werden.