22.01.2003

Grundlagen einer erfolgreichen Hirschhaltung - die Fütterung!

Die Hauptaufgabe des Hirschfarmers besteht darin, über das gesamte Jahr den Tieren eine ausreichende Futtermenge mit einer sehr guten Qualität zur Verfügung zu stellen.

Dieses ist besonders in den Monaten November bis Januar für die laktierenden Hirschkühe von großer Bedeutung.
In den Frühjahrs- und Sommermonaten muss das über die Wintermonate verlorene Gewicht der Tiere, sowie die notwendigen Körperreserven für den nächsten Winter wieder angefüttert werden. Die Anfütterung einer guten Körperkondition im Frühjahr ist zur Sicherung der Fruchtbarkeit der Kühe eine wesentliche Voraussetzung.
Die Hirschkühe, die einmal in ihrem Leben während der Laktation unter Stress standen (Hungerstress), sind besonders gefährdet ihr Kalb zu verlieren oder nicht wieder tragend zu werden.

Eine sehr gute Futterqualität ist auch für die Kälber wichtig, damit hohe Absetzgewichte erreicht werden können. Im März und April muss vor allem gutes Futter für die abgesetzten Kälber angeboten werden.
Bis zum Ende des Herbstes sollten die Hirsche in einem guten Futterzustand sein, da sie im Winter auf die Änderung der Tageslänge mit einer verringerten Futteraufnahme reagieren. Dieser Mechanismus sichert den Tieren in freier Wildbahn in ihren Herkunftsländern das Überleben. Im Winter müssten sie mehr Energie für die Futtersuche aufwenden, als sie aus dem gefundenen Futter beziehen könnten, wodurch es zu extremen Gewichtsverlusten kommen würde.
Über den Winter werden Silagen, Stroh und Gerste oder spezielle Hirschfuttermittel zugefüttert. Ein 70 kg Absetzer benötigt pro Tag 20 MJME. Das entspricht ca.7,5 kg Silage oder 10 - 11 kg frisches Gras.
Das Tier nimmt pro Tag 2,5 % seines Lebendgewichtes an Trockensubstanz auf. Durch eine Zugabe von 400 - 500 g Gerste oder Hirschpellets kann die Futteraufnahme um 20 % über den Erhaltungsbedarf hinaus angehoben werden.
Die Futtermengen sollten im Winter einige Tage vor und während Schlechtwetterperioden erhöht werden, um so die Hirsche auf die schlechten Wetterbedingungen vorzubereiten.

Die Umstellung von der Winterfütterung zur Sommerfütterung muss langsam erfolgen, damit sich der Pansen an das neue Futter gewöhnen kann.
Hirsche haben einen hohen Bedarf an Kupfer. Dieser kann entweder durch das Sprühen von 12 kg Kupfersulfat pro ha auf die Weideflächen oder durch das Verabreichen von Kupfertabletten (4 g für Absetzer und 8 g für ausgewachsene Tiere) gedeckt werden.