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Getreide ordnungsgemäß lagern - Teil 4
Vorsicht vor Vorratsschädlingen
Getreide ist für bestimmte Insekten und Milben, aber auch für Nagetiere und Vögel eine begehrte Nahrungsquelle. Die dadurch entstehenden Mengenverluste mögen nicht so augenfällig sein, schlagen jedoch schon zu Buche. Viel schlimmer ist allerdings die Übertragung von pathogenen (= krankmachenden) Keimen durch Mäuse und Ratten.
Die Kontamination des gelagerten Getreides mit Harn und Kot sowie der Verbleib von verendeten Tieren können zu einem massiven Befall mit unterschiedlichen Krankheitserregern führen. Auch Hunde und Katzen sollten keinen Zugang zum Getreidelager haben, um eine Verunreinigung mit deren Exkrementen zu vermeiden.
Eine Kontamination des Getreides mit Spatzen- bzw. Taubenkot trifft häufig bei unzureichender Lagerhygiene auf. Da viele Vögel Salmonellenausscheider sind, müssen diese z.B. durch Abdeckplanen / - netzen ferngehalten werden.
Bedeutende Getreideschädlinge sind Kornkäfer und Getreideplattkäfer. Durch die Kornkäfer werden in die Getreidekörner kleine Löcher gebohrt, um dort je ein Ei hineinzulegen. Die schlüpfende Larve frisst im Getreidekorn und entwickelt sich dort. Sie höhlt im Laufe ihrer Entwicklung ein ganzes Getreidekorn aus. Dies führt bei massenhaftem Befall zu erheblichen Substanzverlusten. Hinzu kommt, dass durch den Befall die Feuchtigkeit und Temperatur im Getreidestapel ansteigt, was wiederum Pilzbefall und andere Vorratsschädlinge begünstigt.
Während der Kornkäfer ganze Getreidekörner bevorzugt, sind die weitverbreiteten Getreideplattkäfer vorwiegend „Krümelfresser“. In mehlartigen Getreideprodukten spinnen sich die Larven vor der Verpuppung in kleine Nahrungsklumpen ein.
Die Larven der Mehl- und Speichermotte wachsen im Getreide, verpuppen sich allerdings an der Getreidestapeloberfläche, wobei diese bei massenhaftem Befall regelrecht
zugesponnen wird. Dadurch wird der Austausch von Wasserdampf zwischen Getreide und Umgebungsluft unterbunden und bei großen Temperaturschwankungen kommt es zu Kondensation an dieser Schicht. Das Getreide beginnt zu schimmeln und es können sich weitere, bevorzugt auf schimmeligem Getreide vorkommende Insekten und Milben ansiedeln.
Das Auftreten von Milben ist ein sicheres Anzeichen für hohe Feuchtigkeit. Sie ernähren sich u.a. von Schimmelpilzen, die auf feuchtem Getreide wachsen. Bei Massenbefall überziehen Milben die Vorräte wie eine helle, etwas rötliche sich bewegende Staubschicht. Stark mit Milben durchsetztes Futtergetreide sollte nicht an Tiere verfüttert werden, weil sich gesundheitliche Probleme einstellen können. Mensch und Tier können allergisch auf Milbenexkremente reagieren. Bei Milbenbefall zeigt das Getreide selbst keine sichtbaren Veränderungen. Hinweise auf eine hohe Schädlingspopulation ist ein typischer honigartiger, widerlich süßlicher Geruch.
Auch der Staubanteil im Getreide spielt eine wichtige Rolle für die Vermehrung von Schädlingen. Vor allem Milben leben von Feinstpartikeln. Begleitend zum Milbenbefall von Getreide treten fast immer auch höhere Keimzahlen von Pilzen und Bakterien auf. Auch Insektenkot ist ein willkommener Nährboden für Bakterien und Pilze.
Neben Getreideschwund und Keimvermehrung können Getreideschädlinge auch die Schmackhaftigkeit des Futters beeinträchtigen sowie allergische Reaktionen im Magen - Darm - Trakt beim Tier auslösen.