Futtermittel aus Raps - was sagen die Inhaltsstoffe?
Im Jahr 2007 sind nach Angaben des VDT 28% mehr an Rapsprodukten ins Mischfutter geflossen als im Jahr davor. Damit zeigte Rapsextraktionsschrot deutlich höhere Steigerungsraten als Sojaextraktionsschrot (11%).
Entscheidende Gründe waren sicherlich die preisliche Relationen aber auch das besser werdende Image der Rapsprodukte. So haben die Ergebnisse des Rapsmonitorings der Landesfütterungsreferenten, das unterstützt wird von der UFOP (Union zur Förderung der Öl- und Proteinpflanzen), in den letzten Jahren die gute Qualität immer wieder gezeigt. Auch im Jahr 2007 wurden im deutschlandweiten Test Rapsprodukte auf ihre Inhaltsstoffe untersucht. Wie im Jahr 2006 konnten sowohl Rapsextraktionsschrot als auch Rapskuchen in die Untersuchung einbezogen werden. Die Proben wurden an der LUFA Kassel auf ihren Nährstoffgehalt untersucht. Die Glucosinolata analysierte die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern in Gülzow.
Rapsextraktionsschrot mit gleich bleibender Qualität
Ähnlich den Ergebnissen der letzten Jahre zeigte sich das Rapsextraktionsschrot auch in diesem Jahr als durchgehend homogen. Mit einer mittleren Trockenmasse von 89,5% und einem unteren Extremwert von 87,9% waren optimale Vorraussetzungen für die Lagerung geschaffen. Gegenüber den Jahren 2005 und 2006 lag der Rohfettgehalt leicht höher. Der Rohfasergehalt wies einen leichten Trend nach unten auf. Insgesamt lässt die gezeigte Qualität den Einsatz in der Rinderfütterung, in der sich Rapsschrot ja weitestgehend in Konkurrenz zum Sojaschrot etabliert hat, und auch in der Schweinefütterung mit bis zu 15% einsetzten (Empfehlungen unter www.ufop.de downloadbar). In Hinblick auf die Schweinefütterung stört ein wenig der angestiegen Gehalt an Glucosinolaten, der hauptsächlich auf zwei Proben mit Werten über 14 mmol zurückzuführen ist. Es ist geplant dieses Phänomen im nächstjährigen Monitoring besonders zu beachten.
Weniger Restöl im Rapskuchen
Wie schon im letzten Jahr so zeigen auch in diesem Jahr die untersuchten Proben sehr uneinheitliche Werte. Besonders im Bereich Rohfettgehalt fällt dies auf. Hier spielen die unterschiedlichen Entzugstechniken und -verfahren in den dezentralen und zentralen Ölmühlen die entscheidende Rolle. Auch in diesem Jahr erscheint es sinnvoll die Proben in Fettgehaltsklassen einzuteilen. Dazu werden die gleichen wie im Vorjahr gewählt. Wiesen in 2006 noch 32% aller untersuchten Rapskuchen über 16% Fett auf, ging der Anteil in diesem Jahr auf 15% zurück. Unter zunehmendem wirtschaftlichem Zwang scheinen die Auspressgrade optimiert worden zu sein.
Die sonstigen Inhaltsstoffe entsprechen in etwa den Größenordnungen des Vorjahres (siehe Tabelle 2), wobei der Rohproteingehalt leicht höher zu sein scheint. Hier spielen sicherlich ackerbauliche Gründe die überwiegende Rolle.
Betrachtet man die Glucosinolatgehalte, die besonders in der Schweinefütterung den begrenzenden Faktor darstellen, sind keine gerichteten Unterschiede zwischen den Fettklassen zu erkennen. Gegenüber dem letzten Jahr liegt der diesjährige Spitzenwert von 21,8 mmol um fast 5 mmol niedriger als 2006. Die große Variation ist aber dennoch (5,0-21,8 mmol) vorhanden. Ca. 95% der Rapskuchen weisen allerdings einen Wert von unter 19 mmol auf, so dass auch bei der Verfütterung von 10% in der Schweineration der kritische Wert von 1,5-2 mmol in der Gesamtration nicht überschritten wird.
Wir empfehlen daher nur Rapskuchen zu kaufen, von denen zumindest Rohfett-, Rohprotein- und Glucosinolatgehalt bekannt ist, zu kaufen. Andere Waren sind deutlich unterhalb der maximalen Empfehlungen einzusetzen.
Tabelle 2: Werte des Rapskuchenmonitoring 2007 siehe PDF Tabelle 2
Aussagen für die Praxis:
Auch die Untersuchungsergebnisse des Monitorings 2007 bestätigen die gute und gleich bleibende Qualität von Rapsextraktionsschrot aus deutschen Ölmühlen. Rapskuchen weisen zwar im Trend etwas geringere Restölgehalte auf, die Schwankungsbreite der Rohfettgehalte ist jedoch nach wie vor recht groß. Um dieses Futtermittel optimal einsetzten zu können, müssen die Wert bestimmenden Inhaltsstoffe, das sind Rohprotein und Rohfett, bekannt sein. Der Gesetzgeber schreibt deren Deklaration vor.
Quelle:
Veredlungsproduktion
