26.06.2009

Futterkosten bei den Milchkühen einsparen?

Bei den derzeitigen Milchpreisen ist es notwendig, die Milch mit möglichst niedrigen Kosten zu produzieren.

Sparmassnahmen dürfen aber nicht zu Lasten der Gesundheit und Fruchtbarkeit der Milchviehherde gehen.  Folgende Möglichkeiten bieten sich an, um Futterkosten zu senken:

  • Kraftfutterreduzierung bei niedrigleistenden Kühen
  • Kraftfutterreduzierung bei Kühen im 2. und 3. Laktationsabschnitt, die eine sehr gute Körperkondition aufweisen oder schon überkonditioniert sind
  • Bildung von verschiedenen Leistungsgruppen bei TMR, falls die Stallgebäude und die Arbeitsorganisation dies zulassen
  • Rechtzeitiges Trockenstellen von niedrigleistenden Tieren, insbesondere wenn die Futterrationen für deutlich höhere Milchleistungen ausgelegt sind
  • Regelmäßiges „Rationscontrolling“: Kraftfutteraufwand pro kg Milch feststellen, Ziel: weniger als 250 g / kg Milch (abgelieferte Milch + Milch an Kälber, Privatverbrauch etc.
  • Harnstoffwerte in der Milch von 200 – 230 ppm sind ausreichend. Der Einsatz von Ausgleichsfutter sollte dahingehend überprüft werden: auch leicht negative RNB-Werte in der Ration wirken sich meist nicht nachteilig auf die Leistung aus
  • Futteraufnahme, insbesondere Grobfutteraufnahme überprüfen
  • Weidegang kann Futterkosten senken, aber hofnahe Flächen müssen zur Verfügung stehen, Arbeitszeitbedarf muss ebenfalls berücksichtigt werden
  • auch Jungviehrationen überprüfen, bei guten Grobfutterqualitäten kann Kraftfutter eingespart werden.

 

Eine Kraftfutterreduzierung sollte aber nicht um jeden Preis erfolgen, da die Kühe diese nicht durch höhere Grobfutteraufnahme völlig kompensieren können, wie aktuelle Versuche in Haus Riswick und in der Versuchsanstalt Iden gezeigt haben. Energieunterversorgung bei frischmelkenden Kühen ist eine der Hauptursachen für Zystenbildung und Fruchtbarkeitsstörungen. Ebenfalls sollte keinesfalls an der Klauenpflege gespart werden, da Klauenprobleme ebenfalls oft zu mangelnder Futteraufnahme und damit zu einer energetischen Unterversorgung führen.

Um eine hohe Rendite in der Milchviehhaltung zu erzielen, sollte die produzierte Milchmenge möglichst gleich der abgelieferten Milchmenge sein. Kühe, deren Milch aufgrund erhöhter Gehalte an somatischen Zellen dauernd „in die Kanne“ gemolken werden müssen und die zudem nicht tragend sind, sollten ausselektiert werden. Dies gilt besonders dann, wenn schon mehrere Therapieversuche gescheitert sind, bzw. die Quote sehr hoch überliefert wird.