Aus der Praxis
27.11.09

Fütterung und Leistungsfähigkeit der Sau

Von: sc

Die Zuchtleistung einer Zuchtsau und ihre Leistungsfähigkeit in der Säugezeit sind eng mit der Fütterung verknüpft.

Die Sauen müssen in einer guten Zuchtkondition und einem guten Futterzustand gehalten werden, damit nicht vorzeitig befruchtete Eier abgestoßen oder kleine Ferkel geboren werden.
Gesunde Sauen geben viel Milch mit einem hohen Gehalt an Inhaltsstoffen.
Die Zeit vom Absetzen bis zur erneuten Befruchtung ist die Stunde der Wahrheit, in dieser Zeit wird die Fütterung und das Einschmelzen von Gewicht bilanziert und die Quittung als Besamungserfolg präsentiert.

Die Versorgung der Ferkel im Mutterleib hat Vorrang, auch wenn dazu erhebliche Körperreserven mobilisiert werden müssen.

Die Höhe der Futteraufnahme am Ende der 1. Laktationswoche entscheidet über die Zahl der Ferkel bem nächsten Wurf.
Ca. 7 - 8 Tage vor dem Abferkeln beginnt bereits die hormonelle Vorbereitung auf die Laktation. Der Stoffwechsel wird 2 - 3 Wochen vorher umgestellt, um die notwendigen Immunstoffe in die Milch zu bekommen.
Das Einschmelzen von Körperfett der Sauen beginnt bereits bei Beginn des Wachstums des Gesäuges in der Hochträchtigkeit. Die Sau muss in dieser Zeit 6 - 7 kg Drüsengewebe aufbauen. Bei einer Futterverwertung von 1 zu 3 sind das ca. 21 kg Futter, die hierfür notwendig sind. Nutzt die Sau die aufgenommenen Nährstoffe zur Bildung von Drüsengewebe, werden dann aufgrund des Nährstoffmangels, verursacht durch die zu geringe Futtermenge, die der Sau verabreicht wird, die Ferkel mit einem niedrigen Geburtsgewicht geboren. Eine Sau gibt 25 % der eigenen Immunität über die Immunglobuline (ca. 800 g) in der Milch an die Ferkel ab. Diese Mengen können natürlich nicht an einem Tag erfüttert werden, sondern müssen bereits in der Hochträchtigkeit gebildet werden. Um dieses zu erreichen, finden bereits drei Wochen vor der Abferkelung bei einer unzureichenden Fütterung große Gewichtsverluste der Sauen statt oder es weisen alle Ferkel ein geringes Geburtsgewicht auf.

Je besser die Fütterung der Sauen in der Hochträchtigkeit, desto besser ist die Milchqualität. Bei einer guten Milchqualität kann das Ferkel eine gute Widerstandskraft aufbauen. Bei der Einschmelzung von Fett werden im Gesäuge der Sau toxische Stoffe abgebaut und über die Milch abgegeben.

Die Sauen werden in der Trächtigkeit alle gleich gefüttert, obwohl die Wurfgrößen unterschiedlich sind. Sauen mit vielen Ferkeln haben Höchstleistungen vollbracht, sie dürfen dafür nicht mit einer langen Säugezeit bestraft werden.