
Fütterung - Fleischqualität
Welchen Einfluss hat die Fütterung auf die Produktqualität von Schweinefleisch?
Futterfett
Im Körperfett des Mastschweines spiegelt sich das eingesetzte Futterfett wieder. Aus der Sicht der Humanernährung wäre der Einsatz ungesättigter Fettsäuren wünschenswert. Der Verarbeiter zieht aber ein härteres Fett vor, welches die Verfütterung von gesättigten Fettsäuren notwendig macht. Weitere wichtige Faktoren aus der Sicht der Verarbeiter sind die Haltbarkeit und Konsistenz des Fettes. Als günstig erwies sich die Verfütterung von mittelkettigen Fettsäuren, die z.B. im Palmkern- und Kokosfett enthalten sind.
Proteinreduzierte Futtermischungen und/oder wirtschaftseigene Eiweißträger
Ökologische Gründe führen vermehrt dazu, dass reine Aminosäuren anstelle von Sojaextraktionsschrot im Schweinemastfutter Verwendung finden. Eine Auswirkung auf die Fleischqualität ist zwar nicht zu erwarten, es besteht allerdings, infolge eines Energieüberschusses (Einsparung im Eiweißstoffwechsel), die Gefahr einer zunehmenden Verfettung der Tiere.
Beim Einsatz wirtschaftseigener Eiweißträger wie z.B. Ackerbohnen, Erbsen und Rapsschrot gilt es, bestimmte Inhaltsstoffe und das im Vergleich zu Sojaextraktionsschrot ungünstigere Aminosäurenmuster zu beachten. Aus produktqualitativer Sicht sind vor allem die eiweißreichen Vollfett-Futtermittel problematisch.
Senkung der Fütterungsintensität
Hier muss nach dem Grad der Absenkung differenziert werden.
Eine restriktive Fütterung ab Mitte der Mast erhöht den Magerfleischanteil und ermöglicht eine Erhöhung der Mastendgewichte, bei einer langen Mastdauer.
Nur durch eine wesentlich stärkere Reduzierung der Fütterungsintensität, wie sie in der extensiven Schweinemast gegeben ist, lässt sich unter Einsatz entsprechender Elternrassen ein positiver Einfluss auf die Fleischqualität erreichen. In unseren Untersuchungen wurden bei vergleichbaren Magerfleischanteilen ein wesentlich günstigeres Safthaltevermögen festgestellt.
Erhöhter Gehalt an leichtverdaulicher Faser in der Ration
Mit faserreichen Futtermitteln lässt sich zwar die gasförmige N-Emission aus der Gülle vermindern, sie senken aber auch die Verdaulichkeit der Gesamtration. Trockenschnitzel sind bei dieser Zielsetzung den Kleien vorzuziehen. Mit solchen Futtermitteln lassen sich die Gehalte an Cholesterin und Skatol im Fleisch reduzieren.