Frisches "Blut" für die deutsche Burenziegenzucht
In Deutschland werden heute ca. 20 000 Burenziegen gehalten. Erst mit dieser aus Südafrika stammenden und in Deutschland bestens angepassten Rasse wurde die Fleischziegenhaltung als arbeitsextensives Verfahren in Europa etabliert.
Die in Deutschland gezüchtete Burenziege baut auf nur sehr wenige Ausgangstiere auf, die auf die ersten Importe im Jahr 1977 zurückgehen.
1985 folgten Spermaimporte durch das Institut für Tierzucht und Haustiergenetik, Göttingen aus Südafrika, um diese noch sehr kleine Buren-Population in Deutschland lebensfähig zu halten.
Die Vermischung der wenigen bestehnden Blutlinien und die fehlende Blutauffrischung haben heute zu genetisch sehr engen Zucht- und Verwandtschaftsverhältnissen bei der Burenziege geführt.
Entscheidend dazu beigetragen hat, dass tierseuchenrechtlich begründete Verbot Zuchtprodukte aus dem Stammzuchtgebiet Südafrika in die Staaten der EU einzuführen.
Angesichts dieser züchterisch problematischen Situation hat die Fachhochschule Nürtingen nach langen Verhandlungen im Jahr 1999 eine Sondergenehmigung für den Spermaimport aus Südafrika erwirkt.
Drei Spenderböcke wurden nach den Kriterien Funktionstyp für den deutschen Standort, Leistungs- und Schauergebnisse und keine Verwandtschaft untereinander ausgesucht.
Die Bedeutung der Spermaimporte aus der Stammheimat der Burenziege liegt für die deutsche Burenzucht in mehreren Bereichen:
- Erweiterung der Blutlinienführung und der genetischen Heterozygotie (wichtigster Grund)
- Züchterische Leistungsimpulse und größere burenbedingte Variation
- Weitere Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Burenzucht gegenüber EU Nachbarn
- Seuchenhygienisch überwachte und kontrollierte Importe zur Verhinderung illegaler Importe.
Am 15. Mai 2004 findet die 2. Versteigerung von Jungböcken aus der Besamung auf dem Hofgut Jungborn der Fachhochschule Nürtingen statt. Die Tiere stehen voll im Burentyp, besitzen 92 bis 99% Burenanteil und sind 12 bis 14 Monate alt.
