20.04.2009

Fokus: Grossballensilage

Warum Großballensilage?

Ziel der Silageherstellung ist es, Nährstoffe im Futter mit Hilfe von Milchsäurebakterien zu konservieren und zu lagern, um eine schnelle Fermentation unter luftfreien Bedingungen zu gewährleisten und Verluste von der Ernte bis zur Fütterung zu minimieren. Unabhängig vom verwendeten Silier- und Lagersystem bestehen dessen Hauptfunktionen darin, Luft während des Silierprozesses auszuschließen und ein Eindringen von Luft in das Silagegut während der Lagerung zu verhindern. Erntegeschwindigkeit, Feuchtigkeitsgehalt, Schnittlänge, Silageverteilung und Verdichtung können den Fermentationsprozess und die Verluste durch Lagerung wesentlich beeinflussen. Eine effiziente Fermentation gewährleistet im Allgemeinen ein schmackhafteres und besser zu verdauendes Futter. Dies fördert die maximale Trockenmasseaufnahme durch Nutztiere, was gewöhnlich zu einer besseren Milchleistung und/oder Lebendgewichtzunahme führt.

Großballen – die Vor- und Nachteile
Vorteile:

  • Größere Unabhängigkeit von Witterungsbedingungen
  • Die Qualität von Großballensilage kann so gut sein wie die von Mietensilage; bei guter Kontrolle ist erstere gewöhnlich besser.
  • Weniger aerobe Verluste im Vergleich zu Mieten/Fahrsilos
  • Einfache Handhabung und Fütterung (bei Bedarf können unterschiedliche Silagequalitäten verfüttert werden)
  • Maßgeschneiderte Ernährungslösungen: Ballensilage lässt sich leicht mit anderem Futter mischen, um verschiedenen Nutztierarten im Betrieb eine optimale Ernährung zu garantieren.
  • Ideal für die Konservierung von überschüssigem und im Herbst geerntetem Gras
  • Weniger Trockenmasseverluste bei der Herstellung und Lagerung (<5 - 10%) als bei Fahr- oder Flachsilos
  • Flexible Lagerung: Ballen können auf dem Feld gelagert oder leicht an andere Orte transportiert werden.
  • Begrenzte Kapitalinvestition, geringe Transport- und Lagerkosten
  • Geringe Gefahr einer Verschmutzung des Erdreichs, kein Sickerwasser, wenn die Ballen richtig gewickelt sind, insbesondere bei Ballen mit hohem Trockenmasseanteil
  • Nicht verbrauchte Ballen können verkauft werden und als weitere Einnahmequelle für den landwirtschaftlichen Betrieb dienen.

Nachteile: 

  • Höhere Kosten pro Einheit
  • Nicht geeignet für sehr nasse Silage
  • Arbeitsaufwand/Zeit bei der Verfütterung
  • Bei nicht korrekter Handhabung anfällig für Beschädigungen
  • Kosten für die Entsorgung von Kunststoffabfällen und die Einhaltung von Abfallvorschriften

Silage so gut wie möglich nutzen – Tipps für Großballen
Ernte

  • Mähen, nachdem der Tau abgetrocknet ist, zum Zeitpunkt des Ähren- oder Rispenschießens der dominierenden Kultur.
  • Kontamination des Bodens verhindern, Mähbalken oder Aufnahmerolle nicht zu tief einstellen.
  • Auf einer Höhe von 5 – 10 cm mähen, je nach Risiko des Bodenabtrags.
  • Schnell auf 35-55% Trockenmassegehalt (TM) welken lassen, nicht länger als 24 Stunden für Gras und 48 Stunden für Leguminosen wie Luzerne und Rotklee.
  • Erntegut innerhalb einer Stunde nach dem Schneiden in einem möglichst breiten Schwaden ausbreiten.
  • Ein Additiv zugeben, um die Fermentation zu kontrollieren und Verluste im Ballen zu reduzieren.

Ballenherstellung

  • Kultur schneiden, um eine möglichst hohe Verdichtung und bessere Substratverfügbarkeit zu erhalten – das Ziel sind 200–220 kg TM/m3.
  • Impfung für Silage zugeben, falls notwendig und je nach vorgesehener Verwendung.
  • So bald wie möglich am Lagerort mit hochwertiger Folie und einer Vorstreckung von 55 – 70 % wickeln.
  • Mindestens sechs Folienlagen für Rinder- und acht oder mehr Lagen für Pferdesilage verwenden, um einen besseren Schutz vor Beschädigung und ein besseres Luftsiegel zu gewährleisten.
  • Grüne oder weiße Folien in Betracht ziehen, um die Erwärmung der Ballenoberfläche zu verringern und Silageverluste zu minimieren.

Handhabung und Lagerung

  • Mit den Ballen sehr sorgfältig umgehen und die Ballen möglichst wenig bewegen, um eine Beschädigung der Wickelfolie und Silageverluste durch Eindringen von Luft zu verhindern.
  • Nasse Silage (<25%TM) aufrecht und nur zwei Ballen übereinander stapeln; bei Silage mit >35% TM können drei Ballen übereinander gestapelt werden.
  • Die Ballen mehr als 10 Meter von Wasserläufen entfernt aufbewahren.
  • Ballenstapel oben mit einem Netz abdecken, um eine Beschädigung durch Vögel und Nagetiere zu verhindern.
  • Den Lagerort der Silageballen pflegen, um eine Beschädigung der Ballen und in der Folge das Eindringen von Luft zu verhindern.

Weitere praktische Tipps und Hinweise, erhalten Sie unter:
www.dow.com/silage/de.