31.10.2003

Energiebedarf der Legehennen

Die Leistungen der Legehennen steigen bei geringerem Lebendgewicht an. Wie erreichen die Tiere das? Die Energieversorgung ist ein Schlüssel für diesen Erfolg.

Für die Berechnung des Energiebedarfes der Legehenne sind die Lebendmasse, die täglich produzierte Eimasse und die Lebendmassezunahme nötig.

Der Energiebedarf einer Legehenne errechnet sich nach folgender Formel:

MEN= 490 x W 0,75 + 16 x LWG + 9,6 x EM
MEN steht für den Energiebedarf je Henne und Tag bei
18 - 22°C in kJ MEN in der Käfighaltung.
Verändert sich die Temperatur um 1°C , dann nimmt der Erhaltungsbedarf um 1,4% zu.
W0,75 ist die metabolische Körpermasse.
LWG ist die Lebendmasseveränderung in g.
EM ist die Eimasse in g.

Ein Beispiel soll die Anwendung der Formel zur Berechnung des Energiebedarfes verdeutlichen:

Die Legehenne hat ein Gewicht von 1,9 kg. Die Veränderung beträgt pro Tag 1 Gramm, die Eimasse liegt bei 54,2 g und setzt sich aus den Legeprozenten und der Eizahl in g zusammen.

MEN = 490 x 1,9 kg 0,75 + 16 x 1 g + 9,6 x 54,2 g

Daraus errechnet sich ein Energiebedarf von 1329,3 kJME
(1,3 MJME)
je Henne und Tag. Der Erhaltungsbedarf erhöht sich bei der Boden- und Freilandhaltung um 10 - 15 % im Vergleich zur Käfighaltung.

Die Energieschätzgleichung "Geflügel" der World Poultry Science Association wird nach folgendem Schema erstellt:
KJME/kg =
15,51 x g Rohprotein
+ 34,31 x g Rohfett
+ 16,69 x g Stärke
+ 13,01 x g Zucker

Am Beispiel von Weizen gerechnet erhält man folgendes Ergebnis:
15,51 x 119 g Rohprotein = 1846 KJME
+ 34,31 x 18 g Rohfett = 618 KJME
+ 16,69 x 582 g Stärke = 9714 KJME
+ 13,01 x 27 g Zucker = 351 KJME
= 12529 KJME = 12,5 MJME

Der Weg der Energie durch den Tierkörper beim Geflügel ist in der folgenden Abbildung dargestellt.