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Milchsäurebakterien-Besatz an Gräsern
Einsatz von Siliermitteln zur Verbesserung der Qualität von Silagen
Die Basis einer wirtschaftlichen Winterfütterung wird bereits mit der Gewinnung einer optimalen Grassilage aus dem ersten Aufwuchs gelegt. Erhebungen aus den letzten beiden Jahren haben gezeigt, dass gerade zum ersten Aufwuchs der natürliche Besatz an Milchsäurebakterien zum Teil nur unzureichend war. Dadurch ist der Silierprozess langsamer und mit erhöhten Verlusten in Gang gekommen.
Um dieses zu vermeiden und aus der Qualität des Ausgangsmaterials das Optimum heraus zu holen, gibt es eine Vielzahl von Siliermitteln, mit denen sich die Qualität oder die Lagerstabilität positiv beeinflussen lassen. Der Siliermitteleinsatz sollte aber schon vor der Ernte geplant und das Mittel beschafft werden, um während der Ernte gewappnet zu sein und auch auf variierende Bedingungen angepasst reagieren zu können. Die Mittelauswahl erfolgt nach Zielrichtung und Anwendungsbereich, denn nicht jedes Mittel ist für jeden Zweck geeignet und kann auch nicht unter allen Bedingungen eingesetzt werden. Hierzu sind die Mittel in verschiedene Wirkungsrichtungen eingeteilt. Wird im optimalen Trockenmassebereich von etwa 30 % bis max. 40 % TM geerntet und sind eine gute Verdichtung als auch ein ausreichender Vorschub bei der Entnahme gegeben, sind Produkte der Wirkungsrichtung 1b/c zur Verbesserung des Gärverlaufs zu empfehlen. Siliermittel der Wirkungsrichtung 4c verbessern den Futterwert und haben einen positiven Effekt auf die Milchleistung nachgewiesen.
Empfehlung: Nur solche Produkte zu verwenden, die mit einem DLG-Gütezeichen ausgestattet sind. Diese Produkte haben ihre Wirksamkeit in Versuchen an neutraler Stelle nachgewiesen und unterliegen regel¬mäßigen Kontrollen.
Die Grafik zeigt die Entwicklung der natürlichen Milchsäurebakterien am Standort Haus Riswick im Jahr 2010. Es wird deutlich, dass für den gesamten Zeitraum, in dem in der Regel der erste Schnitt eingefahren wird, der Besatz an natürlichen Milchsäurebakterien deutlich unterhalb der kritischen Grenze von 100.000 Bakterien pro Gramm Frischmasse liegt. Erst ab einer Bakteriendichte in dieser Höhe ist von einem verlustarmen, schnellen Silierverlauf auszugehen.