03.04.2007

Eigenversorgung mit Lammfleisch nimmt weiter ab

Der deutsche Verbrauch von Schaf- und Ziegenfleisch liegt bei mehr als dem Doppelten über der heimischen Produktion.

Der Lammfleischkonsum kann schon seit langem nur durch umfangreiche Importe gedeckt werden. Lamm wird daher in großem Stil aus Neuseeland, Australien und den westlichen EU Nachbarstaaten eingeführt. Dieser Trend nimmt zu, gleichzeitig schrumpfen die deutsche und europäische Produktion weiter.
Für das laufende Jahr geht die ZMP von einem weiteren Minus bei den Schafbeständen aus.
Zuletzt wurden in Deutschland 3 Prozent weniger Schafe gehalten als im Vorjahr. Die Zahl der weiblichen Tiere zur Zucht nahm um 5 Prozent ab. Folglich wird auch in diesem Jahr weniger Lammfleisch in Deutschland produziert. Einen ähnlichen Trend kann man auch in der EU insgesamt beobachten.
Die Einfuhren von lebenden Lämmern werden im Vergleich zum Vorjahr vermutlich leicht zurückgehen. Nur aus dem Vereinigten Königreich wird mit umfangreichen Lieferungen von Schlachtlämmern gerechnet. Dagegen werden die Fleischeinfuhren wahrscheinlich leicht ansteigen, um die Defizite im heimischen Angebot zu kompensieren. Der Verbrauch wird sich 2007 voraussichtlich nur geringfügig ändern. Für das laufende Jahr wird der Selbstversorgungsgrad an Schaf- und Ziegenfleisch erstmals unter die 50 Prozent Marke rutschen. Somit ist die Eigenversorgung bei deutschem Lammfleisch so niedrig wie fast bei keiner anderen Fleischart.

Der Pro-Kopf-Verbauch an Schaf- und Ziegenfleisch liegt in Deutschland mit rund 1 kg im EU-Vergleich im unteren Drittel. Italienische, französische und spanische Verbraucher haben dagegen mit 2 bis 5 kg öfter Lammfleisch auf ihren Speiseplan.
Das wahrscheinlich eher knappe Angebot an Schlachtlämmern könnte stützend auf die Preise wirken. Ein Preis für pauschal abgerechnete Lämmer von rund 4,00 EUR/kg SG könnte 2007 durchaus erreicht werden. Für Bio-Lämmer können im Schnitt über 25 Prozent mehr erzielt werden.

Insgesamt rund 14 Prozent der im Gesamtjahr 2006 von privaten Haushalten eingekauften Menge an Lammfleisch entfiel allein auf die Woche vor Ostern. Zweitstärkste Woche mit einem Mengenanteil von 6 Prozent war die Vorweihnachtswoche. Zu Ostern wurden in erster Linie Lammkeulen und Lammkoteletts gekauft und dies fast ausnahmslos als Frischware. Eine Auswertung nach der Nationalität der Haushalte zeigt, dass die ausländischen Haushalte für
25 Prozent der Menge standen. In der Umfrage machten die ausländischen Haushalte aber
nur 7 Prozent.

Quelle: Presseinformation ZMP