Effektive Fütterungsstrategien sind unverzichtbar
In Sachen Fütterung schlummern noch Reserven
Prof. Dr. Josef Kamphues, Direktor des Institutes für Tierernährung der Stiftung TiHo Hannover, betonte im Rahmen einer Putenfachtagung der Firma Elanco Animal Health, wie wichtig qualitativ hochwertiges Futter in der Putenmast sei. �Obwohl wir bei höchstmöglicher Zunahme und geringstem Futteraufwand bereits einen hohen Standard erreicht haben, zeigen uns auch bestimmte Gesundheitsprobleme der Puten, dass in Sachen Fütterung noch Verbesserungsbedarf besteht�, so seine Meinung. Das Futter sei in der Nährstoffzusammensetzung bisweilen nicht bedarfsgerecht oder mit Pilzen und Toxinen kontaminiert. Unsachgemäße Zubereitung (überhitzt, ranzige Fette) oder auch eine massive Vermilbung führe nicht nur bei Puten zu erheblichen Gesundheitsproblemen.
Ein Zuviel an Ackerbohnen und Erbsen in der Ration (über 25 Prozent) halte er beispielsweise für ungünstig. �Bei der kombinierten Fütterung sollte ein �echtes Ergänzungsfutter� genutzt werden und nicht ein Alleinfutter mit Getreide �verdünnt� werden�, empfahl Prof. Kamphues. Eine zu hohe Konzentration an Natrium lasse das Futter salzig schmecken, was die Futteraufnahme herabsetze und die Wasseraufnahme erhöhe. Die Wasserqualität sei sehr wichtig, auch hier könne durch konsequentes Reinigen der Tränken viel erreicht werden. Neueste Trends bei der Fütterung gingen in Richtung forcierten Getreideeinsatz, pflanzliche Proteinträger mit Aminosäurenergänzung, Einsatz von Enzymen (Phytase) und Pro- bzw. Prebiotika (Bakterien, Hefen) sowie phytogene Substanzen (Kräuter, Gewürze) als Zusatzstoffe.
Futter als bedeutender Kostenfaktor
Futter sei mit über 70 Prozent Anteil an den Gesamtkosten der wichtigste Kostenfaktor und wirke mit seiner Qualität direkt und indirekt auf Leistung und Gesundheit der Puten. �Die Ansprüche bezüglich Futterqualität steigen, auch im Hinblick auf die Lebensmittelsicherheit. Aber wir sollten nicht nach dem Motto handeln: Egal was drin ist, nur sicher muss es sein�, mahnte der Wissenschaftler. Er appellierte an die Aufmerksamkeit der Landwirte. �Als Tierhalter sollte man ruhig auch mal das angebotene Futter anschauen, daran riechen und auch schmecken. Verdorbenes Futter lässt sich so eventuell erkennen. Im Zweifel gibt man eine Futterprobe ins Labor. Das ist besser, als mit schlechtem Futter seinen ganzen Tierbestand zu gefährden.�
Schließlich berichtete Prof. Dr. Josef Kamphues über Ergebnisse zum Einsatz von Elancoban (Wirkstoff: Monensin) im Putenmastbestand auf dem Lehr- und Forschungsgut Ruthe der TiHo Hannover. �Mit diesem Anticoccidium war bei einer Dosierung von 70/60 mg/kg Alleinfutter eine sichere Vorbeugung der Kokzidiose, ermittelt an wöchentlichen Kotuntersuchungen, möglich.� Der Einsatz von Elancoban bis zur 16. Woche habe zu einer Reduzierung der Verlust um 1,1% und zu einer tendenziellen Verbesserung der Futterverwertung um 1,1% geführt, was den Gewinn/Pute um 23 cent erhöhe.
Dr. Heike Engels (agrar-press)
Quelle: agrar-press