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(Foto: agrar-press)


Grundlagen-Schweine
06.08.2012

Ebergeruch durch Züchtung verringern

Für den Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration arbeiten verschiedene Forschungsteams an der Verringerung des Ebergeruchs. Nun berichten Göttinger Wissenschaftler um Prof. Dr. Christoph Knorr und Dr. Daniel Mörlein vom Department für Nutztierwissenschaften, dass sich die Entstehung des Geruchs nicht kastrierter Schweine möglicherweise verringern lässt, indem man deren Erbinformation zur Zucht nutzt.

Vor allem ein Gen, das den Abbau der Substanz Skatol in der Leber reguliert, hat offenbar einen großen Effekt, berichtet die Universität Göttingen in einer Pressemitteilung. Skatol ist maßgeblich mitverantwortlich für den Ebergeruch, der von vielen Menschen als fäkal- oder stallartig wahrgenommen wird. Dieses Gen war aus früheren Untersuchungen bekannt. Wir haben nun erstmals untersucht, inwiefern es auch in deutschen Schweinepopulationen wirksam ist, erklärt Prof. Knorr. Die Forscher wiesen anhand von Speckproben von nicht kastrierten Ebern aus zwei deutschen Schlachthöfen eine Assoziation zwischen den Genvarianten und der Höhe des Skatolgehaltes nach. Eber, die reinerbig die Variante C dieses Gens aufwiesen, waren deutlich häufiger geruchsauffällig als ihre Artgenossen.

Studierende der Fakultät für Agrarwissenschaften der Universität Göttingen untersuchen zurzeit das Gen in weiteren Populationen. Sollte sich der beschriebene Effekt auch in den aktuellen Untersuchungen bestätigen, bestehen gute Chancen, das Wohl der Tiere zu verbessern. So hilft die Biotechnologie der modernen Landwirtschaft und den Verbrauchern, sagt Dr. Mörlein.

Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Meat Science aufgeführt.

(Quelle: ISN)